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10.02.2016

Krankenversicherung, Heilberufe

Internationale Vergleichsstudie zeigt deutliche Unterschiede in der Krebsbehandlung

In einer neuen Studie hat ein internationales Forscherteam die Daten von fast 400.000 älteren Krebspatienten in Amerika, Belgien, Deutschland, England, Kanada, den Niederlanden und Norwegen vergleichend untersucht. Dabei wurde folgenden Fragen nachgegangen: Wie häufig erfolgt in den letzten sechs Lebensmonaten eine Chemotherapie? Wie oft werden diese Menschen ins Krankenhaus eingewiesen? Wo versterben die Patienten? Wie hoch liegen die durchschnittlichen Kosten pro Patient? Die Ergebnisse weisen nun je nach Land deutliche Unterschiede im Hinblick auf Therapie, Kosten und Ort des Versterbens auf. Es zeigen sich, nach Aussagen von  Rudolf Blankart, der diese Studie im Rahmen des Harkness/B. Braun-Stiftung Fellowship begleitet, u.a. klare Varianzen in der Häufigkeit einer Chemotherapie. „Während in den Niederlanden nur 18 Prozent noch eine Chemotherapie im letzten halben Jahr erhalten, sind es in den USA fast 39 Prozent“, so Blankart. Auch der Sterbeort sei recht unterschiedlich: So  verzeichnet die USA mit rund 22 Prozent die geringste Sterberate in Krankenhäusern. In Kanada und  Belgien liegen die Sterberaten in Kliniken bei über 50 Prozent, in Deutschland bei rund 38 Prozent. In den Niederlanden sei die Sterberate im Krankenhaus mit etwa 29 Prozent vergleichsweise niedrig. Bei den Krankenhauskosten liegen Kanada und die USA an der Spitze. Für die stationäre Versorgung eines Palliativpatienten geben die Kanadier durchschnittlich 21.840 Dollar und die US-Amerikaner 18.500 Dollar in den letzten 180 Lebenstagen aus. In Europa liegen die Kosten zwischen 9.342 Dollar in England und 19.783 Dollar in Norwegen. Dazwischen liegen die Niederlande mit 10.936 Dollar, Belgien mit 15.699 Dollar und Deutschland mit 16.221 Dollar. „Deutschland liegt in allen Bereichen im Mittelfeld“, resümierte Blankart. Sowohl wenn es um den Prozentsatz der Versterbenden im Krankenhaus geht, aber auch bei den Behandlungskosten. Die Studie findet unter Beteiligung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) statt und wird vom Commonwealth Fund gefördert. Für Deutschland wurden dabei anonymisierte Daten von der BARMER GEK ausgewertet.

Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung

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