medhochzwei Stipendium an Herrn Dr. med. Dietrich A. Ruess

13.08.2021, medhochzwei Redaktion
Interviews, Campus & Karriere

v.l. Prof. Dr. Schlüchtermann, Markus Döring, Prof. Dr. Frank Daumann
v.l. PD Dr. Michael Weber, Julia Rondot, Dr. med. Dietrich Ruess

Wir haben unser Vollstipendium für den berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang MBA Health Care Management an der Universität Bayreuth an Herrn Dr. med. Dietrich Ruess vergeben!
Der Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg Herr Dr. med. Dietrich Ruess, musste sich neben weiteren Kandidaten einem Auswahlgremium bestehend aus Herrn Prof. Dr. Joerg Schluechtermann und Herrn Prof. Dr. Frank Daumann (wissenschaftliche Studiengangsleitung des MBA Health Care Management), Frau Julia Rondot (Geschäftsführerin medhochzwei Verlag), Herrn PD Dr. Michael Weber (Präsident des Verbands der deutschen Krankenhausärzte e.V.) und Studiengangskoordinator Markus Döring, stellen.


Ein Interview mit Dr. med. A. Ruess, Assistenzarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsklinikum Freiburg.

Frage: Sie sind Viszeralchirurg am Uniklinikum Freiburg, Organentnahmechirurg der Deutschen Stiftung Organtransplantation und leiten eine Nachwuchs-Grundlagenforschungsgruppe. Warum haben Sie sich entschieden nun auch noch berufsbegleitend einen Master in Healthcare Management zu absolvieren?

Die universitäre Ausbildung von uns Ärzten/Medizinern ist doch sehr fachspezifisch und pragmatisch orientiert - und die folgende weitere Spezialisierung präzisiert den Fokus noch mehr. Ich bin einfach daran interessiert auch ökonomische, juristische und politische Zusammenhänge tiefer zu verstehen und besser einordnen zu können. Zudem denke ich, dass die Verantwortungsübernahme in einer potentiellen zukünftigen Führungsposition im Gesundheitswesen einer breiteren Basis, ausgeweitet auf eben diese Bereiche, bedarf.

Frage: MBA Studiengänge zum Thema Healthcare Management gibt es in Deutschland ja einige – wie kam es zu Ihrer Entscheidung für die Campus-Akademie der Universität Bayreuth?

Das ist richtig. Hier hat ein super Kollege aus der Anästhesiologie hier in Freiburg, der dieses Jahr den MBA in Bayreuth abschließt, nicht unerheblich dazu beigetragen. Seine Eindrücke und Empfehlung, zusammen mit dem sehr guten Ruf, dem Vorreiterstatus, der langjährigen Expertise und dem Präsenzcharakter des Programms in Bayreuth haben den Ausschlag für meine Bewerbung gegeben.

Frage: Nach der Bundestagswahl im September ist sicherlich eine Gesundheitsreform zu erwarten, die auch den Krankenhaussektor betreffen wird. Welche Wünsche haben Sie aus Ihrer Perspektive als Arzt an die Politik?

Ja, diese Wünsche in wenige Worte zu fassen und als konkrete Vorschläge zu formulieren ist nicht ganz einfach:
Aus der alltäglichen Erfahrung ist das führende Problem der Pflegeengpass. Ob in der Anästhesie oder Chirurgie, Knappheit des Pflegepersonals führt regelmäßig zu Einschränkungen der geplanten Abläufe, organisatorischen Herausforderungen und gesteigerter Belastung. Durch Einsatz von, trotzdem geschätzten, Zeitarbeitskräften entsteht eine Imbalance im Hinblick auf Entlohnung und Kompetenz im Vergleich mit dem etablierten Personal vor Ort. Wir brauchen dringend, d.h. gestern, kreative und wirksame Maßnahmen, die die Attraktivität und Wertschätzung der Pflege, nicht nur im Krankenhaus, steigern und jungen Menschen Lust darauf macht sich hier einzusetzen und zu verwirklichen.
Nicht nur vor diesem Hintergrund sollten wir als Gesellschaft, angestoßen und repräsentiert durch die Politik, auch grundsätzlich und immer wieder überdenken was uns eine gute Gesundheitsversorgung und Pflege wert ist. Außerdem sollte kontinuierlich überprüft und sichergestellt werden, dass die Patient*innen und deren bestmögliche Versorgung im Mittelpunkt stehen und nicht die Profitabilität von Krankenhäusern. Wir brauchen Anreize weg von der Profitabilität hin zum nachhaltig-ökonomischen Haushalten unter Gewährleistung der für die Patient*innen  optimalen Diagnostik und Therapie.

Anzeige
Anzeige