Stichwort des Monats: Ambulantes Operieren

14.09.2021, Uwe K. Preusker
Aktuelles aus dem Verlag, Versorgungskonzepte

Bezeichnet solche Operationen, bei denen der Patient im Zusammenhang mit der Operation nicht stationär aufgenommen wird, also weder die Nacht vor noch die Nacht nach dem operativen Eingriff im Krankenhaus verbringt. Allerdings gibt es mittlerweile Verträge, die für bestimmte ambulante Eingriffe sogar zwingend für eine Nacht eine Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Ort der Operation vorschreiben. Darüber hinaus kann der Patient auf seinen Wunsch hin – und üblicherweise auf eigene Kosten – vor und nach dem Eingriff im Krankenhaus, in dem die ambulante Operation erfolgt, untergebracht werden.

Die Notwendigkeit des operativen Eingriffs muss innerhalb des GKV-Systems von einem Vertragsarzt festgestellt worden sein, und der Patient muss zur ambulanten Operation überwiesen werden. Der Patient hat dann das Recht, den Ort bzw. den Arzt auszuwählen, an dem bzw. von dem er sich operieren lassen will.

Ambulante Operationen wurden mit dem Gesundheitsstrukturgesetz auch für Krankenhäuser möglich. Krankenhäuser sind nach § 115a Abs. 2 SGB V generell für die Erbringung ambulanter Operationen zugelassen. Das Gesetz schreibt weiter vor, dass die Spitzenverbände der Krankenkassen, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Bundesvereinigung gemeinsam einen Katalog ambulant durchführbarer Operationen und sonstiger stationsersetzender Eingriffe (AOP-Katalog) vereinbaren. Innerhalb dieser zu vereinbarenden Liste sind auch solche Operationen zu benennen, die im Normalfall ambulant erbracht werden können. Ebenso sind allgemeine Tatbestände zu bestimmen, bei deren Vorliegen eine stationäre Durchführung erforderlich sein kann. Darüber hinaus ist den Vertragspartnern auch aufgegeben, eine einheitliche Vergütung für diese Eingriffe zu vereinbaren, die sowohl für die Krankenhäuser wie Vertragsärzte gilt. Schließlich sollen sie auch die Maßnahmen zur Sicherung der Qualität und der Wirtschaftlichkeit für ambulante Operationen gemeinsam vereinbaren.

Mit dem Anfang 2020 in Kraft getretenen „Gesetz für bessere und unabhängigere Prüfungen“ (MDK-Reformgesetz) wurden GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft und Kassenärztliche Bundesvereinigung beauftragt, den Katalog für ambulante Operationen und stationsersetzende Eingriffe zu erweitern und künftig in regelmäßigen Abständen an den Stand der medizinischen Erkenntnisse anzupassen. Grundlage dafür ist ein gemeinsam zu beauftragendes Gutachten, in dem der Stand der medizinischen Erkenntnisse zu ambulant durchführbaren Operationen, stationsersetzenden Eingriffen und stationsersetzenden Behandlungen untersucht werden soll. Mit der Regelung sollen bestehende ambulante Behandlungsmöglichkeiten in den Krankenhäusern besser genutzt und ausgebaut werden. Durch verstärkt ambulante Behandlungen in den Krankenhäusern soll häufigen Prüfanlässen entgegengewirkt werden.

Aus dem Lexikon des deutschen Gesundheitssystems, herausgegeben von Uwe K. Preusker,
verfügbar als Buch, eBook und Online-Produkt der medhochzwei Online-Bibliothek.

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