Pandemie-Folgen bei Kindern und Jugendlichen sind erheblich

17.09.2021, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Kinder & Familie, Coronavirus, Krankenversicherung, Gesunde Mediennutzung

Der aktuelle Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit zeigt gravierende Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche auf. Danach stiegen die Krankenhausbehandlungen von Kindern mit der Diagnose Adipositas 2020 im Jahresvergleich um 60 Prozent an. Während die Zahl junger übergewichtiger Patientinnen und Patienten im Frühjahrs-Lockdown 66 Prozent unter den Wert des Vorjahres sank, stieg sie danach steil an und blieb auf Rekordniveau. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit starkem Untergewicht 2020 um 35 Prozent. Nach einem Rückgang im ersten Lockdown um minus 19 Prozent verdoppelten sich die Fälle danach. Stationär behandelte Essstörungen wie Bulimie und Anorexie nahmen in den Lockdowns deutlich zu – im Jahresvergleich gab es einen Anstieg um zehn Prozent.  Die Zahl von stationär behandelten Kindern und Jugendlichen mit Diabetes-Typ-1-Diagnose nahm 2020 mit zwei Prozent leicht zu. Allerdings gab es im ersten Lockdown einem starken Rückgang um 28 Prozent. Dagegen lag die Zahl der Behandlungen im zweiten Lockdown 42 Prozent über dem Vorjahr. Durch die Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen in der Pandemie sank hingegen die Zahl der behandelten Infektionskrankheiten deutlich. Die Krankenhausbehandlungen bei virusbedingten Darminfektionen gingen im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent zurück. Bei Mandelentzündungen gab es ein Minus von 46 Prozent. Ferner gab es ein Drittel weniger junge Patientinnen und Patienten mit einer akuten Bronchitis. Es zeichne sich ab, dass die schlechtere allgemeine Versorgungslage, wie wir sie zu Zeiten der Pandemie erlebt haben, zu einer Zunahme von schweren Krankheitsverläufen und psychischen Begleiterkrankungen geführt hat. Auch werden wir mit einem ‚Nachholeffekt‘ bei Infektionskrankheiten rechnen müssen, die jetzt durch die Maßnahmen des Infektionsschutzes ausgefallen sind, sagte Professor Eckard Hamelmann, Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Klinikum Bethel, Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld.

 

Weitere Informationen zum Report finden Sie hier.

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