3 Fragen an Imker Sebastian Klein und Heiko Neumann von PlanBee

01.10.2021, Sarah Rondot
Alternsforschung, Demenz, Interviews

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Bienenvölker zu verleihen und wie funktioniert Ihr Konzept?

Wir haben festgestellt, dass jeder, der sich auf die Faszination Bienen einlässt, automatisch die derzeitige Umgangsweise mit unserer Umwelt kritisch hinterfragt. Es ist schön, wenn wir dazu beitragen können, dass dieser Ansatz in Unternehmen verstärkt wird und wir somit ein nachhaltiges Wirtschaften fördern können.
Da die Bienen selbst von einer guten gesunden Ernährung abhängig sind – die Königin wird nur mit Gelee Royal gefüttert und lebt deswegen um Jahre länger als die Arbeiterinnen – sind sie ein gutes Vorbild für die Ernährungsweise der Angestellten und Auszubildenden.

Warum ist es für Seniorenheime interessant, einen Bienenstock im Garten zu haben? Wie reagieren die Bewohnerinnen und Bewohner auf die Bienen?

In der Kriegs- und Nachkriegszeit gab es praktisch in jeder Großfamilie einen Imker. Die Erinnerungen der Senioren reichen in diese Zeit und werden „beflügelt“. Gleichzeitig findet innerhalb der Seniorengemeinschaft eine Kommunikation über das Wohlergehen der Bienen statt. Ein täglicher spannender Austausch über das ganze Jahr hinweg. Das tägliche Wetter wird in Reflexion gebracht zu den Bienenvölkern, als auch hinsichtlich der klimatischen Veränderungen.

Sie nennen Ihr Programm ein „individuell auf Ihre Bedürfnisse angepasstes Bienenschutz-Projekt“. Wie passen Sie das Projekt individuell auf die Partner, beispielsweise ein Seniorenheim, an und wie lässt sich damit der Bienenschutz verbinden?

Es ist wichtig, nur Bienenvölker zu verwenden, die sanftmütig sind. Gleichfalls müssen die Senioren über das Leben im Bienenvolk informiert werden. Am besten, indem sie zuschauen können, wenn der Imker zur Bienenpflege vorbei kommt. Eine ruhige Hand bei der Arbeit und ein empathischer Umgang mit den Senioren und dem Pflegepersonal ist Voraussetzung für den Erfolg.
Wir geben dem Seniorenheim Ratschläge hinsichtlich der Bepflanzung und Aussaat von Blumen. Zudem unterstützen wir sie auch bei der Aufstellung von Wildbienenhotels und anderen Insektenfreundlichen Maßnahmen. Der Hinweis auf das große Ganze kann nur gegeben werden, wenn man erst einmal drin ist – in der Gesprächsrunde.

Anzeige
Anzeige