contec Pressemitteilung

08.10.2021, contec GmbH
Pflege

Beim contec Zukunftsforum Pflege & Soziale Arbeit am 15. und 16. September in Berlin diskutierten Entscheider*innen der Sozialbranche seit langer Zeit wieder in Präsenz über wichtige Zukunftsthemen. Im Mittelpunkt stand die Frage nach sozialen Innovationen und ihren Rahmenbedingungen.

Berlin, 23.09.2021. Unter dem Motto „Mut zur Veränderung: Soziale Dienstleistungen zwischen Reglementierung und Innovationsdruck“ diskutierten am 15. und 16. September rund 120 Vertreter*innen aus der Pflege, Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie der Sozialpsychiatrie im Estrel Hotel Berlin über soziale Innovationen, deren Notwendigkeit und die nötigen Rahmenbedingungen für ihre Umsetzung. Das contec Zukunftsforum Pflege & Soziale Arbeit hat mit dieser Themensetzung einen Nerv getroffen.

Innovationspotenzial: Ein verborgener Schatz
Dass Innovationspotenzial in der Sozialwirtschaft vorhanden ist, zeigten unter anderem die vier Pitches am ersten Tag des Zukunftsforums. Home Instead, MOMO – the Voice of disconnected Youth, das Projekt „Klimafreundlich pflegen – überall!” sowie der wertkreis Gütersloh sind Beispiele für die vorhandene Innovationskraft in allen Bereichen sozialer Dienstleistungen. Sie setzen auf die Partizipation der Klientel und auf den Veränderungswillen innerhalb der Branche.

Dass die Rahmenbedingungen für Innovationen in der Sozialwirtschaft alles andere als ideal sind, wurde allerdings vielfach deutlich. Die Sozialwirtschaft befindet sich immer wieder in einem Dilemma: Viele Organisationen möchten ihre Dienstleistungen an die veränderten Lebenswelten der Klientel anpassen, stoßen dann aber auf die fehlende Regelfinanzierung für Innovationen oder Digitalisierung. Deshalb kommt die Branche in dieser Hinsicht vielfach nicht über den Status von Modellprojekten hinaus. Als möglicher Katalysator dürften allerdings die jüngst beschlossenen Gesetzesreformen in Pflege, Eingliederungs- und Kinder- und Jugendhilfe dienen, und auch der Diskurs um mehr Nachhaltigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen sowie die Lehren aus der Corona-Pandemie werden die Innovationskraft der Branche fördern.

Finanzierung auf sichere Beine stellen
Langfristig kann die Sozialwirtschaft ihr Innovationspotenzial aber nur nutzen, wenn entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen dafür bereitgestellt werden. Die veränderten Rahmenbedingungen machen die Investition in Innovation und Konzeption nicht mehr nur wünschenswert, sondern notwendig. In Entgeltverhandlungen mit den Kostenträgern gilt es, dies in die Waagschale zu werfen und möglicherweise auch über das unternehmerische Wagnis abzudecken. Die angemessene Berücksichtigung dieses Faktors kann Investitionen in Innovationen ermöglichen.

Kooperationen stärken – auch mit Blick auf die Bundestagswahl
Eine Möglichkeit für innovative Geschäftsmodellentwicklung besteht in der Kooperation mit Social Start-ups. Die Sozialbranche kann viel von den jungen Entrepreneuren lernen, während diese auf die Erfahrungen und das fachliche Know-how der sozialen Dienstleister angewiesen sind – eine Win-Win-Situation. Auch, wenn hier zwei Kulturen aufeinander prallen, wurde bei der Veranstaltung deutlich, dass sie aufeinander angewiesen sind. Von Seiten der Social Entrepreneure war der deutliche Appell an die Wohlfahrtspflege zu vernehmen, stärker in den Austausch zu gehen.

Sinnvoll ist ein solcher Schulterschluss auch mit Blick auf den Dialog mit der Politik. In Zeiten eines Regierungswechsels tut die Branche gut daran, den Austausch gerade zu jungen Politiker*innen zu suchen, die Innovation gegenüber aufgeschlossen sind. Langfristige, innovative Weiterentwicklung der Branche gelingt am besten, wenn sie mit einer Stimme für ihre Interessen eintritt und dieser ausreichend Gehör bei politisch Gestaltenden verschafft.

Innovationen zum Anfassen
Das gab es auf dem Marktplatz am zweiten Tag des Forums. Von Robotik über Virtual Reality bis zur Künstlichen Intelligenz wurden unterschiedliche Digitalisierungsprojekte vorgestellt, die den Alltag für Mitarbeitende oder Kund*innen in der Sozialbranche erleichtern sollen.

Die Arbeit hat gerade erst begonnen
Die Veranstalter*innen der contec GmbH sind sich einig: Der persönliche Austausch unter den gegebenen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen war für dieses vielschichtige Thema wichtig. Soziale Innovationen, ihre Erarbeitung und Umsetzung sowie die notwendige Lobbyarbeit werden die Branche auch in der kommenden Zeit weiter beschäftigen. contec sieht ihre Rolle dabei als Vermittlerin und Impulsgeberin. Unter anderem befindet sich derzeit ein Innovationsnetzwerk im Aufbau, das den regelmäßigen Austausch unter den interessierten Akteur*innen aufrecht erhalten wird.

Merken Sie sich schon jetzt den 12. & 13. Januar 2022 vor, wenn contec zum 18. contec forum Pflege & Vernetzung nach Berlin lädt!

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