KI-Kompetenzen essenziell – flächendeckende Angebote zum Kompetenzerwerb fehlen

19.10.2021, Sven C. Preusker
Digital Health, Campus & Karriere, Heilberufe

Eine aktuelle Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin im Auftrag des KI-Campus verdeutlicht den wachsenden Bedarf an KI-Lernangeboten für Mediziner. Demnach sind KI-Kompetenzen für die medizinische Praxis essenziell, werden aber nicht flächendeckend in der medizinischen Aus-, Weiter- und Fortbildung vermittelt. Der KI-Campus ist eine Lernplattform für Künstliche Intelligenz mit kostenlosen und offen lizenzierten Online-Kursen, Videos und Podcasts in unterschiedlichen Themenfeldern der KI.

Die vom Institut für Medizinische Informatik der Charité durchgeführte Studie liefert mit einer Bestandsanalyse zum ersten Mal einen umfassenden Überblick über Lernangebote zu Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin. Dazu wurden alle medizinischen Fakultäten sowie die medizinische Weiter- und Fortbildung in Deutschland hinsichtlich ihrer Angebote zum Thema KI untersucht. Nach Ansicht der über 20 für die Studie befragten Experten sollten alle (zukünftigen) Ärzte KI-Basiskompetenzen erwerben. Tiefergehende KI-Kompetenzen seien vor allem für die Forschung erforderlich. 

Die Mehrheit (28 von 39) der untersuchten medizinischen Ausbildungsstätten in Deutschland bietet Studierenden zwar KI-bezogene Veranstaltungen an, meist jedoch als Wahlpflichtkurse oder extracurriculare Aktivitäten. Die Autoren der Studie sprechen sich dafür aus, die bestehenden Angebote deutlich auszubauen und KI-Kompetenzen im Pflichtteil des Studiums zu verankern. Der Studie zufolge kommt digitalen Formaten wie Online-Kursen eine zunehmende Bedeutung zu. Gerade in Kombination oder als Ergänzung zu den analysierten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen könnten diese einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsfähige Vermittlung von KI- und Digitalisierungsthemen in der Medizin leisten.

Felix Balzer, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik an der Charité und Chief Medical Information Officer (CMIO) der Charité, dazu: „Diese Studie zeigt deutlich, dass bestehende Angebote im Medizinstudium und in der medizinischen Weiter- und Fortbildung nicht den immensen Qualifizierungsbedarf decken. Ärztinnen und Ärzte stehen selbst in der Verantwortung, an der Transformation der Medizin durch KI mitzuwirken. Dafür müssen sie mithilfe von Lernangeboten zum Aufbau von KI-Kompetenzen zunächst befähigt werden."

Florian Rampelt, Geschäftsstellenleiter des KI-Campus beim Stifterverband, ergänzte: „Die Studie bestätigt klar, wie zentral die Stärkung von KI-Kompetenzen für die Medizin und das Gesundheitswesen ist. Wir fühlen uns hier in unserer Arbeit an passenden innovativen Lernangeboten bestätigt.“ Neben den bereits auf dem KI-Campus verfügbaren Podcasts und Kursen der Charité in der Reihe „Dr. med. KI“ entwickele man mit Partnern aus ganz Deutschland weitere digitale Formate zu KI in der Medizin.

Die Studie steht hier zum Herunterladen zur Verfügung.

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