Mehr Pflege und Betreuungspersonal für unsere alternde Welt – internationaler Report veröffentlicht

02.11.2021, Sarah Rondot
Alternsforschung

Der demographische Wandel ist kein nationales Phänomen, sondern ein weltweites. Damit befasst sich der internationale „Global Workforce Report“, der im September 2021 auf Deutsch unter dem Titel „Mehr Pflege und Betreuungspersonal für unsere alternde Welt“ veröffentlicht wurde. Der Report wurde von der „Global Coalition on Aging“,  unterstützt von Home Instead International, verfasst. Der Bericht greift drei wesentliche Entwicklungen auf, die international zu beobachten sind:


1) Dadurch, dass die Gruppe der älteren und hochbetagten Menschen schnell wächst und diese Menschen ein hohes Gesundheitsrisiko haben, steigt die Gefahr von Abschottung und Isolation, wie die Corona Pandemie gezeigt hat. Damit geht ein zunehmendes Risiko der Vereinsamung in der eigenen Wohnung einher.


2) Zentrale Entwicklungen in der Gesellschaft wirken sich direkt auf Familienstrukturen aus, die räumliche Entfernung der Familienmitglieder nimmt zu und Familien werden immer kleiner. Damit reduzieren sich die privaten Unterstützungsmöglichkeiten. Der Bedarf an ambulanten, professionellen und institutionellen Unterstützungsangeboten steigt.


3) Der Bedarf an professionellen Betreuungskräften der ambulanten Betreuungs- und Pflegeangebote nimmt erheblich zu. Auch die Ansprüche an die Qualität der Pflege steigen.


Der „Global Workforce Report“ bewertet diese Entwicklungen im Zusammenhang mit dem technischen Fortschritt und damit wegfallenden Arbeitsplätzen in „klassischen“ Industrien. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Leistungen in der Pflege nicht durch Technik ersetzt werden können. Nötig ist aber eine technische Unterstützung der Pflegeleistungen. Hier erkennen die Autoren die Chance für neue Arbeitsmöglichkeiten. Durch den demografischen Wandel bedingt, entstehen Arbeitsplätze für Menschen, die in anderen Gewerben keine Arbeit mehr finden oder ihren Arbeitsplatz verlieren.


Die Autoren sprechen verschiedene Empfehlungen aus, mit dem demographischen Wandel umzugehen. Unter anderem sollen nationale Kampagnen mehr Menschen motivieren, in Betreuungsbereichen zu arbeiten. Außerdem fordern sie eine vollständige Integration der häuslichen Betreuung in das Gesundheits- und Sozialsystem des 21. Jahrhunderts.
Interessant ist an dem Bericht vor allem, wie gut sich die demographischen Entwicklungen international vergleichen lassen. Die Handlungsoptionen für die einzelnen Staaten weisen hohe Schnittmengen auf.

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