Demonstration für Finanzierung psychotherapeutischer Weiterbildung

22.10.2024, medhochzwei
Politik & Wirtschaft, Psychotherapie, Aus- & Weiterbildung

Mitte Oktober hat erneut ein breites Bündnis von Studierenden und Psychotherapeuten vor dem Deutschen Bundestag für die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung in Praxen, Ambulanzen und Kliniken demonstriert. Etwa 300 Psychotherapie-Studierende sowie Vertreter aus Kammern, Verbänden, Ausbildungsstätten, Universitäten und weiteren Interessengruppen mahnten ein schnelles Handeln der Politik an. Die Regelungen zur Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung im Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) sind aus Sicht der Demonstrierenden unzureichend, ebenso kritisierten sie die stockenden parlamentarischen Beratungen.

„Wir können es uns nicht leisten, dass junge, motivierte Menschen, die Verantwortung für die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen übernehmen wollen, die notwendige Weiterbildung nicht absolvieren können“, so Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) am Rande der Demonstration. Die Weiterbildung dürfe nicht zu einem „Flaschenhals“ für eine ganze Generation von Psychotherapeuten werden, die dann in der Versorgung fehlen würde, kritisierte sie.

Auch Dr. Anke Pielsticker, stv. Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), unterstützte die Demonstrierenden: „Wir fordern alle Verantwortlichen auf: Schaffen Sie die notwendigen gesetzlichen Regelungen – und zwar jetzt, noch im Gesundheits­versorgungs­stärkungs­gesetz (GVSG).“ Man werde sonst den dringend benötigten psychotherapeutischen Nachwuchs verlieren, warnte sie. 

Dabei wächst die Zahl der Absolventen der neuen Psychotherapie-Studiengänge stetig – im kommenden Jahr werden es 2.500 sein. Die Befürchtung: ohne ausreichende finanzielle Förderung werde es für sie keine Weiterbildungsstellen zu Fachpsychotherapeuten geben – und diese würden in Zukunft in der psychotherapeutischen Versorgung dann fehlen.

Es sei jetzt die Zeit, zu handeln und das Problem endlich zu lösen, appellierte Benecke an die Bundestagsabgeordneten. „Konkret: Für Praxen und Medizinische Versorgungszentren muss – analog zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin – ein Gehaltszuschuss für Weiterbildungsteilnehmende eingeführt werden. Die Praxen müssen für die Weiterbildung ihren Praxisumfang auf 150 Prozent erweitern können. Weiterbildungsambulanzen müssen mit den Krankenkassen kostendeckende Vergütungen verhandeln können, in der alle Weiterbildungsinhalte berücksichtigt werden müssen. Kliniken müssen übergangsweise zusätzliche Personalstellen für Weiterbildungsteilnehmende refinanziert bekommen.“

Unterstützt wurde die von Studierenden organisierte Demonstration von psychotherapeutischen Verbänden, Hochschulvertretern, Landespsychotherapeutenkammern und der BPtK.

 

Dieser Beitrag stammt aus dem medhochzwei Newsletter 17-2024. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!

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