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Unser Gesundheitssystem steht hinsichtlich der Sicherstellung der Versorgung und Finanzierung vor komplexen Herausforderungen. Besonders ein steigender Bedarf an medizinischen und pflegerischen Leistungen bei gleichzeitigem Mangel an qualifiziertem Fachpersonal erschwert die Aufrechterhaltung einer flächendeckenden Versorgung. Regionale Unterschiede prägen die Versorgungslandschaft und ländliche Gebiete sind oft stärker von Versorgungsdefiziten betroffen als urbane. Jedoch sind nicht alle ländlichen Regionen unterversorgt. Von daher sind zur Gestaltung von Versorgungsstrukturen umfassende Analysen der lokalen Gegebenheiten notwendig, um aus den Erkenntnissen ganzheitlich und bedarfsgerecht zukünftige Versorgungsstrukturen zu planen und Maßnahmen abzuleiten. Diese setzen ebenso beim Vorbeugen von Krankheiten wie auch bei der Versorgung im Krankheitsfall und in der Pflege an. Hierzu zählen beispielsweise dieStärkung der wohnortnahen Primärversorgung über eineinterprofessionelle Zusammenarbeit in Gesundheitszentren sowie die Förderung von Prävention und Digitalisierung.
Daneben ist die Einbindung der Einwohner als weiterer Erfolgsfaktor mit zu berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund rückt die Bedeutung der Kommunen stärker in den Fokus, welche schon heute für die soziale Daseinsvorsorge verantwortlich sind und teilweise bereits Aufgaben im Gesundheitsbereich übernehmen. Gerade Kommunen verfügen über das notwendige Wissen zu lokalen Strukturen, Bedarfen und Besonderheiten. Ihre Rolle als Vermittler zwischen der Bevölkerung und allen Gesundheitsakteurenbietet entsprechende Gestaltungsmöglichkeiten, die heute aufgrund fehlender Ressourcen oder rechtlicher Vorgaben begrenzt sind.
Eine zukunftsorientierte bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung erfordert einen ganzheitlichen, sektorenübergreifenden Ansatz, der nicht-ärztliches Personal integriert, ohne die Qualität zu mindern. Dafür sind umfassende Analysen, gezielte Planungen, eine stärkere Zusammenarbeit der Akteure sowie eine Steuerung unter Einbezug kommunaler Strukturen unerlässlich. Dies bedingt gezielte gesundheitspolitische Aktivitäten im Sinne einer Health in All Policies Strategie sowie mutige Reformen.
Corinna Beutel leitet den Geschäftsbereich „Gesundheit und Versorgungsprogramme“ bei der AOK Sachsen-Anhalt. Sie ist eine erfahrene Führungskraft auf operativer sowie strategischer Ebene mit umfassender Expertise in der gesetzlichen Krankenversicherung. Als Vorstandsmitglied der DGIV setzt sie sich leidenschaftlich für innovative sektorenübergreifende Versorgungslösungen ein.
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Ein Leitfaden für kommunale AkteureZusammen mit Cathrin Leuffert und Dr. Phillip Walther ist Corinna Beutel außerdem Autorin der Neuerscheinung „Kommunale Versorgungsstrukturanalyse und -planung". Das Buch zeigt anhand eines konkreten Beispiels aus der Gemeinde Krummhörn, wie kommunale Akteure Versorgungsstrukturen systematisch erfassen, analysieren und gezielt weiterentwickeln können. Dabei vereint sie Theorie und Praxis zu einem holistischen Konzept – datengestützt, wissenschaftlich fundiert und übertragbar auf andere Regionen. Ideal für: Entscheidungsträger in Kommunen, Akteure im Gesundheitswesen oder Studierende im Bereich Gesundheitsmanagement. |
Dieser Beitrag stammt aus dem medhochzwei Newsletter 12/2025. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!