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Piotr Heller schrieb am 24.9.2025 in der FAZ unter der Überschrift „Es wäre, als hätte jeder einen guten, vertrauten Hausarzt“ über Erstaunliches und perspektivisch wohl recht relevantes: Ein Team von Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie und anderen Forschungsinstituten haben ein KI-System in NATURE präsentiert, das verspricht, allein anhand der Krankengeschichte und weiterer Daten das individuelle Erkrankungsrisiko eines Patienten für rund 100 Erkrankungen vorherzusagen.
„Dazu zählen Infektionskrankheiten, Demenz, Krebs, Stoffwechselstörungen, Hautkrankheiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Szenarien, die es dabei entwirft, reichen bis zu 20 Jahre,“ schreibt Heller. Er hat dazu mit Moritz Gerstung gesprochen, dem Leiter der Abteilung für Künstliche Intelligenz in der Onkologie am DKFZ in Heidelberg, einem der Entwickler des Systems. Es handelt sich im Grunde um individuelle Wahrscheinlichkeiten, die gezielt zur Krankheitsprävention beitragen sollen. Z. B. die ausschlaggebenden Faktoren im Lebensstil, die die das Risiko einer Erkrankung erhöht.
Das Modell sagt, was man tun kann, um wahrscheinlich gesund zu bleiben. Das System heißt „Delphi-2M“ und hat nichts mit orakeln zu tun, weil es das Wissen liefern soll, mit dem man die Zukunft seiner Gesundheit beeinflussen kann. Das Fernziel ist der Einsatz beim einzelnen Menschen und es dürfte rund 10 Jahre dauern, bis das das Modell in der Routine zum Einsatz kommt.
Früher könnte man schon Vorhersagen für bestimmte Populationen treffen, um herauszufinden, was zu erwarten ist und wie wir uns darauf vorbereiten können. Das System ist von 400.000 Patienten aus der britischen UK Biobank trainiert, was eine Forschungskohorte ist und wo noch Fehler auftreten können. Doch ist es auch mit Daten aus Dänemark getestet worden, wobei die berechneten Wahrscheinlichkeiten sich sehr gut mit den tatsächlich dort beobachtbaren Eintrittshäufigkeiten von Krankheiten decken. Nach Auffassung von Gerstung könnten wir ein präziseres Verständnis von Gesundheit gewinnen. Das macht im Grunde ein guter Hausarzt, der seinen Patienten lange kennt, auch: Er macht sich ein Bild über das was kommen könnte. Das Modell gebe dem einen präziseren Hintergrund und könnte damit Vorsorge und Behandlung unterstützen.
Dieser Beitrag stammt aus dem Welt der Gesundheitsversorgung Newsletter 05-2025. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!