Aktivierende Begleitung bei Förderung von Gesundheitskompetenz ist ein wichtiges Zukunftsanliegen in der Gesundheitsversorgung

03.12.2025, Rolf Stuppardt
Veranstaltungen, Versorgung

Ich bin auf meine alten Tage recht angetan von einem trilateralen virtuellen Austausch, den ich am 27.11. moderiert habe. Es ging um das vielfach auch missverstandene Thema „Patientensteuerung neu denken“. Eine solche Steuerung ist nicht funktional zu verstehen und erst recht nicht in dem Sinne, die Menschen zu Objekten sachverständiger „Profis“ zu machen. 
Es geht vielmehr bei diesem „Neu Denken“ um die abholende, einbeziehende und begleitende Aktivierung chronisch kranker Menschen. Da stehen eben nicht die einzelnen institutionellen Interessen im Vordergrund, sondern das Erreichen des konkreten individuellen Bedarfs auf der gesamten Versorgungsreise, die auch und gerade den Alltag der Menschen einbezieht. 

Das ist eine große Herausforderung unter den Bedingungen unseres segmentierten Versorgungssystems. Daher halte ich das Bemühen, chronisch Kranke auf ihrer „Gesundheitsreise im System und in ihrem Alltag“ im Sinne einer durchgängigen, sicheren gesundheitlichen Versorgung begleitend zu aktivieren und dabei ihre Gesundheitskompetenz, ihre Compliance und Adhärenz zu fördern, für sehr wertvoll. 
Es scheint mir zukunftsweisend zu sein.

Konkret ging es um einen Erfahrungsaustausch über die verhaltenswissenschaftlich gestützte Philosophie von Oska Health am Beispiel von chronischen Nieren- und ihren Begleiterkrankungen. Mit etwa 20 Krankenkassen und etlichen Ärzten ist Oska Health hier bereits im Feld. Und die bisherigen Erkenntnisse sind bei aller Bescheidenheit bemerkenswert: 
✔️ 85 % der chronisch Kranken haben ihr Verhalten geändert, 
✔️ 96 % berichten ein hohes oder sehr hohes Vertrauen in ihre/n Oska Berater:in, 
✔️ 92 % berichten von einer gesteigerten Gesundheitskompetenz, d.h. sie verstehen ihre Erkrankung und Zusammenhänge mit Komorbiditäten besser und kennen geeignete Maßnahmen. (Studien im ersten Kommentar von mir)

Es wird darauf ankommen, einerseits mit den technisch-methodischen Optionen und andererseits mit einer schulterschlüssigen kooperativen Ausrichtung der mit unterschiedlichen Kernkompetenzen Beteiligten (Ärzte/Medizin-Krankenkassen-Patienten-Dienstleister), für ALLE Beteiligten erfolgreich zu sein. 

Mir hat es als sachverständiger Moderator gefallen, wie aufgeschlossen und konkret barrierearme Wege und Lösungen diskutiert wurden. 
Ich halte derartige tri- und quadriliterale Austauschformate für nützlich und gewinnbringend und danke allen Teilnehmern des Forums. (Rolf Stuppardt)

 

Dieser Beitrag stammt aus dem Welt der Gesundheitsversorgung Newsletter 06-2025. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!

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