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Advanced Practice Nursing, sektorenübergreifende Versorgung, gelungene Integration: Eine erfahrene und drei Nachwuchs-Führungskräfte wurden jetzt mit dem Pflegemanagement-Award gewürdigt. Den Preis vergeben jedes Jahr gemeinsam der Bundesverband Pflegemanagement und Springer Pflege.
Sandra Postel erhielt den Preis als „Pflegemanagerin des Jahres“, der für viel Erfahrung in Führung und ein starkes Vorbild steht. Die Präsidentin der Pflegekammer NRW und Leiterin der Stabsstelle „Pflege und Sozialpolitik“ der Marienhaus-Gruppe beeindruckte die Jury auch durch ihren außergewöhnlichen Einsatz für die Berufspolitik. Die Pflegefachfrau, Berufspädagogin und Pflegewissenschaftlerin zeichnet sich, so die Jury, durch ein hohes Maß an Verhandlungs- und Moderationsgeschick aus. Postel habe früh verstanden, dass Pflege nicht nur ein Beruf se, sondern eine Profession, so Dr. Hendrik Pugge vom Springer Medizin Verlag. Professionen würden Strukturen, Mitsprache und Selbstverwaltung brauchen – Postel habe diesen Gedanken nicht nur geteilt, sie habe ihn getragen, vorangetrieben und in die Realität überführt.
Dorothea Sophie Baus vom Evangelischen Klinikum Bethel und David García Méndez von der Klinik für Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Pfalzklinikums AdöR teilen sich in diesem Jahr den ersten Platz in der Kategorie für Nachwuchskräfte im Pflegemanagement. Beide zeigten mit ihren Projekten, welche Potenziale in der Versorgung von Patienten durch einen verstärkten Einsatz von Advanced Practice Nurses (APN) liegen.
Baus hat APN im Akutkrankenhaus Bethel etabliert. Ihr pflegepraktisches Wissen in Kombination mit ihrer akademischen Expertise sind die Grundlage für den Erfolg des von ihr mitentwickelten Projekts „Patientenbeteiligung mal anders“, das 2024 mit der Theodor-Fliedner-Medaille ausgezeichnet wurde und das als Modellprojekt für eine erfolgreiche APN-Rollenentwicklung in Deutschland gilt.
Als Projektleiter für „Prävent+ Ihr Plus für ein gesundes Gedächtnis“ bringt Méndez sein Potenzial als Pflegepraktiker und -akademiker ein. Die Früherkennung mittels evidenzbasierter Instrumente sowie die systematische Einbindung und Unterstützung pflegender Angehöriger stehen bei dem Projekt im Mittelpunkt. Ein Novum ist sowohl die sektorenübergreifende Denkweise als auch die Etablierung von APNs als Fallverantwortliche in der Demenzdiagnostik und -versorgung.
Auf den zweiten Platz kam Borislav Bacic. Seine Vita steht vor allem für gelungene Integration. 2018 kam er aus Serbien nach Deutschland, bewarb sich für das „Programm Triple Win“ und absolvierte neben der Arbeit auf Station seine fachliche Anerkennung und eine Sprachprüfung in Deutsch. Kurze Zeit später übernahm er Führungsverantwortung für die kardiologische Wachstation. Mit fachlicher Kompetenz, Empathie und einer offenen Kommunikation gelang es Bacic in wenigen Monaten, ein durch Fluktuation gekennzeichnetes Team in ein leistungsstarkes Spitzenteam zu verwandeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem medhochzwei Newsletter 02/2026. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!