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Gesundheitspolitik dreht sich im Kreis. Ausgaben, Geld und Finanzen, wie immer zu erst vor Augen, lässt – wie zig Reförmchen zuvor – in die Kiste des Sparens, Kürzens und der Zumutungen greifen. Wir – d.h. in erster Linie die Versicherten, Arbeitgeber und Patientinnen und Patienten – stellen Jahr für Jahr mehr Geld zur Verfügung und dennoch wird nicht ein Mehr an Gesundheit erreicht, weil das Allermeiste für Teures rund um Krankheit ausgegeben wird. Das System oszilliert um sich selbst. Und das ist krank. Zwar nicht für Pharma und Co., aber für uns, die offenbar für Gesundheit selbst verantwortlich sein sollen. Können das die meisten? Nein! Das System legt Wert auf Wachstum, Segmente und Zuständigkeiten. Die VERHÄLTNISSE (Arbeits-, Lebens- und Kapitalverwertungsweisen) machen es den (unverdient) Schwachen grundsätzlich schwer, sich gesund zu VERHALTEN. Das System aber hält grundsätzlich ALLE für ihres Glückes Schmied. So wird das nichts mit Gesundheit, die die wichtigste Ressource für Wirtschaft und Gesellschaft ist.
Drei Dinge sind mir daher heute wichtig:
Erstens: Gesundheit gehört vorn ins Grundgesetz. Dem Staat und nicht nur den einzelnen Menschen muss das wichtig sein. Wir brauchen einen klaren politischen Kurswechsel: Weg von der Reparaturmedizin, hin zu Gesundheitserhalt, Gesundheitskompetenz und Prävention – auch in politischer Verantwortung. Als ich gefragt wurde, ob ich die Initiative der Einreichung einer Petition „Gesundheit gehört ins Grundgesetz“ von Andrea Galle und Ingo Froböse unterstützen wurde, habe ich gleich Ja gesagt. Derzeit schützt Artikel 2 Absatz 2 GG lediglich das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Dies soll nach Begründung der Initiative mit einem neuen Absatz 3 ergänzt und verstärkt werden: „Jeder hat das Recht auf körperliche, geistige und seelische Gesundheit. Sie auch durch Aufklärung, Vorbeugung und Krankheitsverhütung zu schützen und zu erhalten, ist Aufgabe jeder staatlichen Gewalt.“
Die Petition wurde am 26.2.2026 beim Bundestag eingereicht und bedarf innerhalt von 6 Wochen mindestens 30.000 Mitzeichnungen, damit der Petitionsausschuss das Anliegen öffentlich behandelt. Ich gehöre zu den Erstunterzeichnern. Hier können Sie mehr Informationen zur Petition erhalten oder diese ebenfalls unterschreiben.
Zweitens: Die Prävention von psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen gehören priorisiert. Es ist erschreckend, wie sehr unsere Kinder und Jugendlichen, die mal die Zukunft gestalten sollen, bereits in jungen Jahren zunehmend massive psychische Probleme aufweisen. Bei uns wie in ganz Europa. Die aktuellen WHO-Zahlen: Jedes 7. Kind oder Jugendliche lebt mit einer psychischen Erkrankung. Bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren ist es bereits jede vierte. Und Suizid ist inzwischen die häufigste Todesursache bei jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren. Da läuft gewaltig was schief und Hilfsangebote sind überlastet oder werden staatlicherseits zu wenig unterstützt. Hier muss präventionspolitisch priorisiert werden. Und Kai Lanz von Krisenchat hat ganz Recht, wenn er sagt, dies sei ein wichtiges Thema für alle anstehenden Wahlen, gehört in Koalitionsverträge und Regierungshandeln.
Drittens: Auf Gesundheit setzen – digital, nachhaltig und partnerschaftlich!
– so lautet ganz bewusst die Überschrift über unser 9. Heidelberger Forum Gesundheitsversorgung am 7. Mai im Congress-Centrum Heidelberg. Mehr und anderes vom gleichen wird kein neues Ziel erreichen. Natürlich brauchen wir auch kurzfristige Lösungen, um aus dem finanziellen Dilemma herauszukommen. Aber nicht mehr OHNE strukturelle und prozessuale Reformen, die den Bedarf der Menschen in den Regionen flächendeckend im Blick haben und nicht die Interessen der segmentierten Institutionen. Jeder sollte daran gemessen werden, was sein Beitrag MIT den anderen sein kann, um Versorgung Menschengerecht und Menschensensibel zu gewährleisten.
Das wollen wir in Heidelberg gemeinsam mit sehr unterschiedlich Verantwortlichen und Ihnen, die herzlich dazu eingeladen sind, erörtern. Hier geht’s zu den kompletten Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier. Ich freue mich auf Sie!
Herzliche Grüße
mit Verweis auf meinen Epilog, wo mir bereits der Frühling begegnete,
Ihr
Rolf Stuppardt
Dieser Beitrag stammt aus dem Welt der Gesundheitsversorgung Newsletter 02-2026. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!