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Der Fachkräftemangel in der Pflege bleibt eine der zentralen Herausforderungen im Gesundheitswesen. Gleichzeitig eröffnen gesetzliche Neuerungen, innovative Projekte und eine stärkere Akademisierung neue Perspektiven für den Berufsstand. Welche Entwicklungen derzeit prägend sind und wo konkrete Verbesserungen sichtbar werden, erläutert Yvonne Dintelmann, Pflegedirektorin und Vorstandsmitglied am Universitätsklinikum Heidelberg, im Gespräch mit medhochzwei.
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medhochzwei: Wie schätzen Sie den aktuellen Personalstand in der Pflege ein? Gibt es da noch einen Fachkräftemangel? Und wie sieht es konkret bei Ihnen am Uniklinikum aus?
Dintelmann: Wir sind ja jetzt an zwei Standorten zu Hause, in Heidelberg und in Mannheim. Und wenn wir jetzt unsere Standorte, aber auch gesamthaft die Bundesrepublik betrachten, haben wir sehr wohl noch einen Fachkräftebedarf, auf jeden Fall. Warum ist das so? Weil wir aufgrund des demografischen Wandels einfach geburtenschwache Jahrgänge haben und daher genau wie in anderen Bereichen auch um Auszubildende und um neue Mitarbeitende ringen.
medhochzwei: In der Öffentlichkeit wird ja sehr oft nur über die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Berufs geredet. Daher: Welche positiven Aspekte es gibt, über die vielleicht einfach zu wenig geredet wird?
Dintelmann: Der Pflegeberuf ist ein wirklich wunderbarer Beruf. Warum? Weil er so vielseitig ist. Ich glaub, man hat in fast keinem Beruf mit Menschen im Kontakt so schnelle Ergebnisse, wenn man eben mit ihnen interagiert. Man hat den Aspekt, dass man Menschen in Notsituationen und herausfordernden Situationen begleitet, oder den Aspekt, dass man einen unglaublich hohen wissenschaftlichen Wissenserwerb hat, wenn man den Beruf ausübt. Dadurch hat man eine unglaublich hohe Fachkompetenz, man arbeitet professionell und hat ganz viele Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Ich bin ja selbst Fachschwester für Intensivmedizin und ich liebe meinen Beruf.
Ich bin tatsächlich nicht ins Management gegangen, um von den Schattenseiten wegzugehen, sondern eigentlich eher, weil ich den Beruf weiterentwickeln wollte. Das war immer meine Mission.
medhochzwei: Zum 1. Januar 2026 hat sich der Beruf ja auch noch mal weiterentwickelt, als das „Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege“ (BEEP) in Kraft getreten ist. Welche Verbesserungen leiten sich denn daraus ab?
Dintelmann: Ich glaube, am meisten Verbesserungen werden sich in den Prozessen ergeben. Man muss sich immer vorstellen: Wir haben in der interprofessionellen Zusammenarbeit, in der Versorgung von Patienten, sowohl in der klinischen Versorgung wie aber auch in der ambulanten Versorgung, Strukturen, in denen wir Schnittstellen zwischen den Professionen haben.
Und wenn wir jetzt zukünftig, zum Beispiel eigenständig Heilmittel und Hilfsmittel verordnen können, also zum Beispiel ein Pflegebett, einen Pflegestuhl oder auch Sauerstoff, nach ärztlicher Anordnung selbstverständlich, dann haben wir eine viel höhere Flexibilität und einen besseren Prozess, auch aus Sicht des Patienten, Bewohners oder Klienten. Und das wird schon für den Betroffenen sehr viel Verbesserung bringen.
Auch für die Profession ist das eine Stärkung. Wir werden in vielen Feldern einen stärkeren Handlungsraum bekommen, in dem wir, natürlich immer in Abstimmung mit dem ärztlichen Dienst, in der Versorgung schneller sein können und auch eigenständig handeln. Und das ist ein unglaublich großer Benefit.
>>> Das ganze Interview sehen Sie hier als Video.
Yvonne Dintelmann,
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