Psychotherapeuten demonstrieren für Finanzierung der Weiterbildung

26.05.2026, medhichzwei
Psychotherapie, Politik & Wirtschaft


 

Die Psychologie-Fachschaften-Konferenz (PsyFaKo) und das Forum der Psychotherapeut*innen in Weiterbildung (PtW-Forum) haben am 21. Mai in Berlin eine Kundgebung veranstaltet, an der mehr als 300 Personen teilgenommen haben. „Wir alle sind entsetzt, dass nicht nur die bekannten Finanzierungsprobleme bei der Umsetzung der Weiterbildung unverändert weiter bestehen, sondern dass diese durch die Entscheidung des Bewertungsausschusses und das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz noch weiter verschärft werden“, sagten die Bundesvorsitzenden der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Dr. Christina Jochim und Dr. Enno Maaß, anlässlich der Demonstration zur Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung. Die DPtV forderte gemeinsam mit den Demonstrierenden schnelle gesetzliche Regelungen für eine verlässliche Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung. „Es gibt eine Koalitionsvereinbarung, in der die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung zugesagt wurde – wir fordern endlich die Einlösung dieser Zusagen“, so Barbara Lubisch, ehemalige Bundesvorsitzende der DPtV.

Weiterbildungsplätze in Praxen zunehmend gefährdet

„Die Kürzung der Honorare um 4,5 Prozent, der geplante Wegfall der Zuschläge zur Kurzzeittherapie und vor allem die Wiedereinbudgetierung psychotherapeutischer Leistungen führen dazu, dass es auch in Praxen noch schwieriger wird, ein faires, an vergleichbaren Tarifgehältern orientiertes Gehalt zu zahlen, denn die Kosten für Praxisbetrieb, Supervision und Selbsterfahrung bleiben hoch. Die Einrichtung von Weiterbildungsstellen in Praxen wird dadurch zusätzlich erschwert. „Unter diesen Bedingungen kann auch der/die engagierteste Praxisinhaber*in keine Weiterbildungsstelle einrichten“, fordern Jochim und Maaß. Fehlende Weiterbildungsplätze würden den Fachkräftemangel verschärfen und langfristig die psychotherapeutische Versorgung erheblich gefährden.

Lubisch betonte, dass eine angemessene Vergütung in den Heilberufsgesetzen bereits vorgesehen sei: „Die Weiterbildung erfolgt in praktischer Berufstätigkeit und theoretischer Unterweisung. Sie ist angemessen zu vergüten“, heißt es dort. Aus Sicht der Demonstrierenden reicht es nicht, auf freiwillige Lösungen zu setzen. „Es geht nicht über den ‚Goodwill' der Beteiligten – wir brauchen gesetzliche Regelungen“, so Jochim und Maaß abschließend.

Dieser Beitrag stammt aus dem medhochzwei Newsletter 09/2026. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!

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