Wie Eltern ihren Kindern helfen können, mit Angst umzugehen

Tipps, Strategien und Buchempfehlungen

20.08.2026, medhochzwei Verlag
Kinder & Familie

Ängste sind fester Bestandteil jeder kindlichen Entwicklungsphase und können in verschiedenen Formen auftreten. Als Eltern ist es wichtig, Momente von Furcht richtig zu erfassen und Kindern dabei zu helfen, mit ihrer Angst umzugehen. Ängste zu ignorieren kann über einen längeren Zeitraum zu Angststörungen führen, die sich im ungünstigsten Fall auf die gesunde Entwicklung des Kindes auswirken

 

Wie äußert sich Angst bei Kindern?

Ängstliche Kinder neigen oft dazu schüchtern zu sein, viel zu weinen, wegzulaufen oder sozialen Situationen auszuweichen. Auch übermäßiges Klammern bei Verabschiedungen und Probleme beim Einschlafen können Anzeichen für eine Angstbelastung darstellen. Körperliche Symptome, die sich während eines akuten Angstzustandes äußern können, sind z. B. Bauchschmerzen, Übelkeit, Zittern, Blässe im Gesicht oder ein erhöhter Puls.

 

Was sind die häufigsten Kinderängste?

Bei Kindern können Ängste unterschiedliche Ursachen haben:

  • Einige fürchten sich vor Ungewohntem wie dem ersten Tag in einem neuen Kindergarten oder einer neuen Schule, einem Umzug in ein neues Zuhause oder das Kennenlernen neuer Menschen. Sie fühlen sich unwohl oder ängstlich, wenn sie mit neuen Situationen konfrontiert werden.
  • Weit verbreitet ist die Angst vor der Dunkelheit, die nicht selten Probleme beim Einschlafen bewirkt. Diese Angst kann durch die Vorstellung von Monstern oder anderen Wesen verstärkt werden, die im Dunkeln vermeintlich lauern. Realität und Fantasie verschwimmen besonders bei Kleinkindern, die viele Eindrücke verarbeiten müssen. Übersteigen die Eindrücke die Aufnahmekapazität, können Albträume und Ängstlichkeit die Folge sein.
  • Trennungsangst tritt häufig bei jüngeren Kindern auf, insbesondere in fremden Umgebungen oder neuen Situationen ohne den Schutz der gewohnten Bezugspersonen. Diese Trennungsangst kann zu Tränen und Protesten führen, wenn die Kinder zum Beispiel in die Schule oder zu einem Babysitter gehen sollen.
  • Andere erleben eine Form ängstlicher Aufregung, wenn sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen oder öffentliche Auftritte bewältigen müssen. Dies kann sich als Lampenfieber manifestieren, wenn sie z. B. eine Präsentation in der Schule halten müssen oder an einer Aufführung teilnehmen.
  • Hingegen können soziale Ängste dazu führen, dass Kinder sich in gesellschaftlichen Situationen zurückziehen oder Schwierigkeiten haben, neue Freundschaften zu knüpfen. Der Rückzug in die scheinbar leichtere Welt der „Sozialen Medien“ bringt wiederum neue Ängste mit sich, die für die Elterngeneration besonders herausfordernd sind, da sie sich in einem digital geschlossenen Raum entfalten. Hierzu zählt u. a. die Angst vor Cybermobbing.

 

Was kann ich gegen die Ängste meines Kindes tun?

Es ist wichtig, die Bedürfnisse jedes Kindes zu erkennen und ihm die nötige Unterstützung anzubieten, um mit individuellen Ängsten umgehen zu können. Hier sind einige Tipps und Strategien, die Ihnen dabei helfen können:

  1. Offene Kommunikation: Schaffen Sie einen offenen Raum, in dem Ihr Kind über seine Ängste sprechen kann. Zeigen Sie Verständnis und ermutigen Sie es, sich auszudrücken. Eine gute Kommunikation zwischen Eltern und Kindern kann dabei helfen, Ängste zu mildern und Lösungen zu finden.
  2. Grenzen setzen: Geben Sie Ihrem Kind klare Grenzen und Strukturen, die ihm Sicherheit vermitteln. Dies kann helfen, Ängste zu reduzieren und das Selbstvertrauen Ihres Kindes zu stärken.
  3. Entspannungstechniken: Lehren Sie Ihrem Kind einfache Entspannungstechniken wie tiefes Atmen, Yoga oder Meditation. Diese Techniken können dazu beitragen, die Angst zu reduzieren und das Wohlbefinden Ihres Kindes zu verbessern. Meditations- und Achtsamkeitsübungen können Kinder dabei unterstützen, zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen und ihre Gefühle bewusster wahrzunehmen und zu regulieren. Sie lernen, besser mit einer Vielzahl von Reizen umzugehen, ihre Aufmerksamkeit gezielter zu lenken und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
  4. Unterstützung bei der Konfrontation von Ängsten: Ermutigen Sie Ihr Kind, neue Dinge auszuprobieren. Loben Sie es für jeden Schritt außerhalb seiner Komfortzone und zeigen Sie ihm, dass es normal ist, Angst zu haben, aber dass es wichtig ist, trotzdem mutig zu sein.
  5. Professionelle Hilfe suchen: Wenn die Ängste Ihres Kindes schwerwiegend sind und sein tägliches Leben beeinträchtigen, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Kinderpsychologe oder -therapeut kann Ihrem Kind dabei helfen, geeignete Bewältigungsstrategien zu erlernen und seine Ängste zu überwinden.

 

Hilfreiche Ansätze für die gemeinsame Angstbewältigung: Kinderbücher

Geschichten bieten eine sichere Umgebung, um sich mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen. Schon ab dem Kleinkindalter können Bücher dabei helfen, Ängste verstehen zu lernen. In den Kinderbüchern von medhochzwei finden Kinder nicht nur unterhaltsame Geschichten, sondern auch Charaktere, die mit ähnlichen Ängsten und Herausforderungen konfrontiert sind. Während des Identifikationsprozesses erkennen Kinder, dass ihre Gefühle normal sind und erkunden Wege, mit Ängsten umzugehen und Selbstvertrauen aufzubauen. Das Lesen dieser Bücher bietet Kindern und Eltern die Möglichkeit, gemeinsam über Ängste zu sprechen, Strategien zur Bewältigung zu entwickeln und ein tieferes Verständnis füreinander zu gewinnen.

 

Für Kinder mit unterschiedlichen Ängsten – etwa vor Dunkelheit, Krankheit oder Cybermobbing – und als Unterstützung dabei, über diese Ängste zu sprechen und mit ihnen umzugehen. Für Kinder mit Lampenfieber und Angst vor Auftritten, die lernen möchten, sich trotz Unsicherheit etwas zuzutrauen und mit Rückschlägen umzugehen. Für Kinder, die sich mit Cybermobbing und belastenden Situationen im Internet auseinandersetzen und lernen sollen, Gefahren im Netz besser zu erkennen und einzuordnen.  Für Kinder mit Ängsten und Sorgen rund um die Erkrankung eines Geschwisterkindes, insbesondere bei einem angeborenen Herzfehler und einem Krankenhausaufenthalt. 

 

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