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© Foto: Sven Lorenz/RWI
Wir haben uns verzettelt – und sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Das gilt für weite Teile unserer Wirtschaft und ganz besonders für das Gesundheitswesen. Im Laufe der Zeit haben wir das eigentliche Ziel aus den Augen verloren: eine hochwertige Patientenversorgung zu vertretbaren Kosten für die Beitragszahler. Beides gelingt uns zunehmend schlechter. Stattdessen haben wir immer mehr Unterziele definiert, immer neue Vorgaben geschaffen und ein immer dichteres Regelwerk aufgebaut. Heute beschäftigen wir uns intensiv mit der Einhaltung zahlloser Detailvorgaben – und wundern uns gleichzeitig darüber, dass die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitswesen wächst und die Beitragssätze stark steigen.
Wir müssen deshalb stärker vom Ergebnis her denken: Was wollen wir für die Patienten erreichen – und zu welchen Kosten? Wie diese Ziele vor Ort am besten erreicht werden, sollten wir den lokalen Akteuren überlassen, die die Versorgung organisieren und dafür Verantwortung tragen. Der Krankenhausgipfel vom 21. September hat hierzu wichtige Themen aufgegriffen: Ergebnisorientierung, Ergebnisverantwortung, Vertrauenskultur und patientenrelevante Outcomes. Genau darin liegt eine große Chance. Mehr Ergebnisorientierung kann die Versorgungsqualität verbessern und zugleich helfen, die Betriebskosten zu senken. Beides ist dringend notwendig, wenn die Krankenhäuser wieder in stabiles wirtschaftliches Fahrwasser kommen sollen.
Der Krankenhaus Rating Report 2026 zeigt, wie groß der Handlungsdruck inzwischen ist – und was getan werden kann, um der ab dem kommenden Jahr zu erwartenden deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser entgegenzuwirken. Denn beides gehört zusammen: Die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung lassen sich nur stabilisieren, wenn es zugleich gelingt, die Betriebskosten im Gesundheitswesen zu senken – ohne Abstriche bei der Versorgungsqualität. Wenn uns das gelingt, stabilisieren wir nicht nur die Krankenhäuser und die GKV. Die Gesundheitsbranche leistet damit auch einen wichtigen Beitrag dazu, unsere Volkswirtschaft wieder wettbewerbsfähiger und zukunftsfester zu machen.
Dieser Beitrag stammt aus dem medhochzwei Newsletter 15/2026. Abonnieren Sie hier kostenlos, um keine News aus der Branche mehr zu verpassen!