Baden-Württemberg: Lucha hält Krankenhausschließungen für unausweichlich

05.01.2017, Sven C. Preusker
Politik & Wirtschaft

KMi (scp) – Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) hält die Schließung von vor allem kleinen Krankenhäusern in Baden-Württemberg für unausweichlich. Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung (StZ) sagte er, man werde irgendwann bei vielleicht rund 200 Häusern landen – das würde heißen, dass rund ein fünftel aller Häuser (ca. 250) im Bundesland geschlossen würde. Lucha sprach für diesen Strukturumbau von einer Zeitspanne von zehn bis 20 Jahren.  Baden-Württemberg ist das Bundesland mit den meisten defizitären Krankenhäusern – im

Krankenhaus Rating Report 2016 wurden für 2013 46,5 Prozent und für 2014 45,3 Prozent der Häuser mit einem Defizit ausgewiesen. Besonders den kommunalen Häusern geht es schlecht – und der Anteil dieser Häuser ist im „Ländle“ relativ hoch (36 Prozent), genau wie der Anteil von kleinen Häusern mit weniger als 150 Betten (56 Prozent aller Häuser). Kritik an den Investitionen durch das Land lässt Lucha nicht gelten: im aktuellen Doppelhaushalt würden 455 Millionen Euro pro Jahr investiert; außerdem rufe das Land die möglichen Fördermittel aus dem Krankenhausstrukturfonds mit 63,7 Millionen Euro komplett ab – das Land muss laut den Regelungen noch einmal die gleich Summe investieren.

Das Interview mit Manfred Lucha finden Sie hier.
Weitere Zahlen zu den Krankenhäusern in Baden-Württemberg und den anderen Bundesländern finden Sie im Krankenhaus Rating Report 2016.

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