Zwischenbilanz zum Zusatznutzen von Arzneimitteln

09.01.2017, Welt der Krankenversicherung


Im Rahmen seiner Zwischenbilanz zum Thema Zusatznutzen von Arzneimitteln regte der GKV-Spitzenverband jetzt eine neutrale Stelle an, die Zusatznutzeninformationen über neue Arzneimittel möglichst schnell, transparent und rechtssicher allen Akteuren im Gesundheitswesen zur Verfügung stellen solle. Im Zuge der bisherigen Bilanz ergäbe sich folgendes Bild: Bis Mitte Dezember 2016 lagen 129 Erstattungsbeträge vor. Qualitativ ergibt sich dabei folgendes Bild: Von diesen neuen Arzneimitteln konnte lediglich ein Drittel einen belegten Zusatznutzen aufweisen, ein Drittel konnte dagegen keinen Zusatznutzen nachweisen, ein weiteres Drittel zeigt eine nach Patientengruppen gemischte Situation von belegtem und keinem belegten Zusatznutzen. Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller meinte dazu, dass neue Medikamente ohne einen anerkannten Zusatznutzen sehr wohl für verschiedene Patienten einen Nutzen haben, sonst hätten sie gar keine Zulassung erhalten. Sie seien mit bestehenden Therapien mindestens gleichwertig, sagte die Chefin des vfa, Birgit Fischer, und für manche Patienten seien sie eine notwendige Alternative in der Behandlung. Die Medizin brauche ein breites Spektrum gleichwertiger Arzneimittel. Der Chef des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Fahrenkamp, hält die Information des GKV-Spitzenverbandes sogar für irreführend und falsch, weil für mehr als 70 Prozent der Patientengruppen, für die der G-BA den Zusatznutzen als nicht belegt sieht, dies aus rein formalen Gesichtspunkten zu dem Urteil führte. Nichts sage das über den therapeutischen Stellenwert des jeweiligen Medikamentes für den einzelnen Patienten aus.

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