Auch SPD stimmt Kompromiss zur generalistischen Pflegeausbildung zu

07.04.2017, Sven C. Preusker
Köpfe

KMi (scp) – Wie Carola Reimann und Prof. Karl Lauterbach, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, am Abend des gestrigen Donnerstag (06.04.2017) bekanntgaben, stimmt nun offensichtlich auch die SPD dem schon Ende März angekündigten Kompromiss zum Pflegeberufsgesetz zu.  Demnach soll die Pflegeausbildung ab 2019 mit einer zweijährigen generalistischen Pflegeausbildung beginnen, danach sollen die Pflegeschülerinnen und -schüler die Wahl haben, die generalistische Ausbildung weiterzuführen oder einen der bisherigen Abschlüsse als Altenpfleger oder Kinderkrankenpfleger zu machen. Nach sechs Jahren soll laut des Kompromisses die Zahl der Abschlüsse vom Gesundheits- und Familienministerium ausgewertet werden. Haben dann mehr als 50 Prozent den generalistischen Abschluss mit Schwerpunkt gewählt, sollen die eigenständigen Berufsabschlüsse nicht weitergeführt werden, entscheiden soll der Bundestag.
Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats e.V. (DPR), sagte zum gefundenen Kompromiss: „Der Deutsche Pflegerat bedauert das Scheitern der großen Reform der Pflegeausbildung. Den zwischen den Koalitionsfraktionen jetzt gefundenen Kompromiss zum Pflegeberufereformgesetz sieht der DPR als ersten Schritt einer Reform an, auch wenn die drei Berufsabschlüsse erhalten bleiben. Für die Krankenpflege ist es ein größerer, für die Alten- und Kinderkrankenpflege leider aber nur ein kleiner Schritt, um die Pflegeberufe zukunftssicherer zu machen und damit die Patientensicherheit zu gewährleisten. Die generalistische Pflegeausbildung kommt nun zumindest scheibchenweise. [...]Der Deutsche Pflegerat ist davon überzeugt, dass die generalistische Pflegeausbildung sich mittelfristig als das zukunftsfähigere Modell durchsetzen wird.“

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