BPtK fordert mehr Honorargerechtigkeit

13.04.2017, Dr. Angelika Kiewel, Welt der Krankenversicherung
Köpfe

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat in einem Offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe mehr Honorargerechtigkeit für psychotherapeutische Leistungen gefordert und den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses vom 29. März 2017 zur Vergütung scharf kritisiert. Die unzureichende Vergütung der neuen psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung – mit je 42,75 Euro – sei ein weiterer Beleg für die strukturelle Unterbewertung dieser Leistungen. Eine psychotherapeutische Praxis erwirtschafte rund 71.500 Euro pro Jahr, eine fachärztliche Praxis dagegen ein Jahreseinkommen von rund 141.500 Euro. „Diagnostische und therapeutische Arbeit unmittelbar mit dem Patienten, die sich nicht verkürzen lässt, wird im deutschen Gesundheitssystem außerordentlich schlecht vergütet. Mit Apparatemedizin lässt sich ein Vielfaches an Einkommen erzielen. Das ist grundsätzlich falsch“, so BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz. Eine psychotherapeutische Praxis leiste durchschnittlich 45 Wochenarbeitsstunden. Hiervon entfielen 27 Stunden auf die unmittelbare Patientenbehandlung, knapp zehn Stunden auf psychotherapeutische Tätigkeiten ohne unmittelbaren Patientenkontakt und acht Stunden auf Praxismanagement und Fortbildung. Die BPtK fordert vom Bundesgesundheitsministerium eine formelle Beanstandung des Beschlusses des Erweiterten Bewertungsausschusses.

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