Weltgesundheitstag Depression: Entstigmatisierung gefordert

26.04.2017, Sven C. Preusker

Depressionen gehören zu den Erkrankungen mit der höchsten Einbuße an Lebensqualität und gelten als Risikofaktor für viele somatische und andere psychische Erkrankungen. „Wir begrüßen die gesteigerte Aufmerksamkeit, Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Gesundheitsversorgung angemessen zu berücksichtigen. Gleichzeitig müssen die Ressourcen für eine adäquate Versorgung in gleichem Maße den Betroffenen auch zur Verfügung gestellt werden“, betonte die Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) Dipl.-Psych. Barbara Lubisch zum Weltgesundheitstag unter der Überschrift „Depression – let´s talk“. Da eine frühzeitige Diagnostik und Behandlung essentiell für eine effektive und kostenschonende Versorgung von Menschen mit Depressionen sei, müsse die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen weiter vorangetrieben werden, so Lubisch. Wichtig sei, das Depressionen in den verschiedenen Lebenswelten, wie der Arbeitsstelle oder Schule, aktiv als ernstzunehmende Erkrankung begriffen würden.
Neben der Entstigmatisierung seien die finanziellen Ressourcen für die frühzeitige Diagnostik und Behandlung entsprechend bereitzuhalten. Umso unverständlicher sei es, dass die frühzeitige diagnostische Abklärung und zeitnahe Akutbehandlung in den psychotherapeutischen Praxen finanziell nicht gefördert werden. Ende März habe der erweiterte Bewertungsausschuss mit Unterstützung der Krankenkassen entschieden, diese wichtigen Leistungen unter dem Niveau vergleichbarer psychotherapeutischer Leistungen zu vergüten (siehe auch hier). 
Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) wies im Zusammenhang mit dem Weltgesundheitstag auf die von ihr veröffentlichte Kurzinformation für Patienten über leitliniengerechte Behandlung bei Depression hin. Diese steht hier zum herunterladen zur Verfügung.
„Längst nicht alle depressiv erkrankten Menschen bekommen die Behandlung, die in den Leitlinien empfohlen wird“, erklärte Dr. Dietrich Munz, Präsident der BPtK) zum Weltgesundheitstag. Die zweiseitige Kurzinformation zur Depression beantwortet z. B. folgende Fragen:
  • Was ist eine Depression?
  • Wie unterscheiden sich leichte, mittelschwere und schwere  Depressionen?
  • Wie werden Depressionen wirksam behandelt?
  • Wann ist eine Behandlung im Krankenhaus ratsam?
  • Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Depressionen können in den meisten Fällen wirksam behandelt werden, z. B. mit einer Psychotherapie oder mit Antidepressiva. Wie genau Depressionen bei Erwachsenen am besten behandelt werden sollen, ist in der „S3-Leitlinie/Nationalen Versorgungsleitlinie Unipolare Depression“ zusammengefasst, auf der die BPtK-Patienteninformation beruht.

Anzeige