GeWINO: Hautkrebserkrankungen bei der AOK Nordost von 2008 bis 2015 um ein Drittel angestiegen – nur jeder Fünfte Versicherte nutzt das Hautkrebsscreening

15.09.2017, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Politik & Wirtschaft

Im Zeitraum von 2008 bis 2015 hat sich die Anzahl der Hautkrebserkrankungen der AOK Nordost-Versicherten um ein Drittel erhöht. Bei den Versicherten ab 35 Jahre ist der Anteil der an Hautkrebs Erkrankten um fast die Hälfte angestiegen: von 2,0 auf 2,9 %. Regional ergibt sich eine deutliche Differenzierung: In Brandenburg ist die höchste Steigerung zu verzeichnen bei den Hautkrebsfällen der AOK Nordost Versicherten ab 35 Jahre von 65%. In den Küstenregionen in Mecklenburg-Vorpommern, in Rostock und Schwerin ist das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken am höchsten. Landesweit beträgt die Hautkrebsprävalenz in Mecklenburg-Vorpommern 3,5 %, in Brandenburg 3,2 % während sie in Berlin nur 2,3 % beträgt. Die Gefahr an Hautkrebs zu erkranken hängt vom Hauttypus und von der lebenslangen UV Licht-Belastung ab, so Dr. Breitkreuz vom GeWINO. Die niedrigere Hautkrebsprävalenz in Berlin führt er auf die jüngere Altersstruktur der AOK Nordost Versicherten und auf den vergleichsweise höheren Versichertenanteil mit Einwanderern mit Migrationshintergrund zurück. Dieser hätte einen weniger empfindlichen Hauttyp gegenüber UV Licht Belastung.  Die Heilungschancen von Hautkrebs sind um besser je früher dieser erkannt und behandelt wird. Deshalb hat jeder gesetzlich Krankenversicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre einen Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebsscreening. Bei der AOK Nordost nutzt nur jeder fünfte Versicherte das Hautkrebsscreening.

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