Gesundheitswirtschaftskongress: Intelligente Trinkbecher und Matratzen könnten die Zukunft sein

27.09.2017, René Adler
Digital Health, Veranstaltungen

Mit Gegenwart und Zukunft der Krankenhäuser im Zeichen der Digitalisierung befasste sich beim 13. Gesundheitswirtschaftskongress in Hamburg die Session „Vision digitale Gesundheit: Was ist realistisch?“ Dabei wurde auch klar, wie groß der Nachholbedarf ist. Die Pflege sei die am geringsten digitalisierte Berufsgruppe Im Gesundheitswesen, sagte Heiko Mania. Dies möchte der Geschäftsführer der NursIT Institute GmbH aus Berlin ändern. Aktuell würden in über 70 Prozent der deutschen Gesundheitseinrichtungen die Pflegekräfte noch mit Stift und Papier dokumentieren, monierte er. 
Mania hat sich das Thema „Digitalisierung der Pflege“ auf die Fahnen geschrieben. Er sagte, es gehe um die Strukturierung der Prozesse und smarte Technologien. Er verwies dabei auf das Konzept „Lean Nursing“, das mittels der Firmen-Software „CareIT Pro“ Pflege 4.0 mit digitalem Workflow und Automatisierung bedeute. Der Aufwand für die Aufnahmedokumentation reduziere sich massiv, und es könne auch mehr Erlös erwirtschaftet werden.
Insgesamt sei das Potenzial, Prozesse in der Pflege zu automatisieren und damit das Personal zu entlasten, freilich noch viel größer. Als Beispiele nannte Mania Pflegeroboter für Essenbestellungen sowie intelligente Pflegematratzen und Trinkbecher. 
Michael Franz, Vice President Business Development und Prokurist der CGM Clinical Deutschland GmbH aus Bochum, beklagte, dass im Vergleich der Branchen innerhalb Deutschlands die Gesundheitswirtschaft bei der Digitalisierung vom vorletzten auf den letzten Platz abgerutscht sei.
Im Projekt „Neue Wege für intersektorale Versorgung und Patientenbeteiligung“ arbeitet er zusammen mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen an der Frage: Welches sind die optimalen Wege zur Erfüllung der steigenden Patientenerwartungen an digitale Kommunikation? Es sollen die individuellen Bedürfnisse des Patienten erkannt und ihm passende Dienstleistungen angeboten werden. 
Der Gesundheitswirtschaftskongress ging mit der Forderung nach einer Digitalisierungsinitiative im Interesse der Patienten zu Ende. Die künftige Bundesregierung und die Länder müssten zusätzliche Investitionsmittel zur Modernisierung der Kliniken bereitstellen. Zukunftsträchtige Programme und Projekte für moderne medizinische Lösungen und Prozesse müssten mit ausreichend finanziellen Mitteln bedacht werden, verlangte Kongresspräsident Prof. Heinz Lohmann. 
Einen ausführlichen Bericht über die Session „Vision digitale Gesundheit: Was ist realistisch?“ mit weiteren Referenten und vielen Stimmen lesen Sie in der kommenden Ausgabe von Klinik Markt inside.

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