Keine Frage des Alters: Berühren, streicheln, kuscheln

27.09.2017, Redaktion medhochzwei
Demenz, Pflege

Körperkontakt wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Er baut das Selbstwertgefühl auf und Stress ab. Auch Schmerzen werden durch Körperkontakt gelindert und Depressionen entgegengewirkt. Durch Körperkontakt – ohne sexuelle Intentionen – werden positive Emotionen im Gehirn ausgelöst. Selbst kurze Umarmungen können diese Effekte auslösen. Vor allem bei Menschen mit Demenz, die mit Worten nur noch schwer zu erreichen sind, wird die Kommunikation über das Berühren wichtiger.
Doch wenn es um Sexualität geht, befinden sich vor allem pflegende Kinder von Menschen mit Demenz in einem Dilemma: Einerseits wollen sie, dass es ihrem Elternteil gut geht, andererseits sehen sie ihre Eltern nicht als sexuelle Wesen, erst recht nicht im Alter. Ältere und Menschen mit Demenz sind aber keine geschlechtslosen Wesen. Sie haben ein sexuelles Selbstbestimmungsrecht und dürfen selbst entscheiden, ob und mit wem sie Sex haben. Das Einverständnis der anderen Person natürlich vorausgesetzt.
Konflikte sind da vorprogrammiert. Ethische Fallbesprechungen werden für die Fortbildung in der Altenpflege immer wichtiger. Ein Ausweg aus dem Dilemma können Sexualassistenzen für Senioren und Menschen mit Demenz und Behinderung sein.
Thematisiert wird dies in der Ausgabe 03/2017 von "ProAlter" - weitere Informationen hier.

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