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Neue Erprobungsstudie der AOK Nordost und der Charité Sportmedizin gestartet: Telemedizinisch unterstützte Sporttherapie für Krebspatienten in der Nachsorge

05.07.2018, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung

Mit der Diagnose „Krebserkrankung“ reduzieren Krebspatienten bewusst oder unbewusst ihre körperliche Aktivität, wodurch auch ihre Belastbarkeit bei Alltagsaktivitäten, mit Familie, mit Freunden und im Beruf sich vermindert. Vielfach tritt als Begleitsyndrom Fatigue auf. Um diesen Folgen entgegen zu wirken, wird jetzt Tumorpatientinnen und -patienten eine telemedizinisch unterstützte Sporttherapie in der Nachsorgephase im Rahmen einer Erprobungsstudie von der AOK Nordost gemeinsam mit der Charité Sportmedizin angeboten. Die positive Wirkung von sportlicher Aktivität im Heilungsprozess ist nachgewiesen, erläutert Frau Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost. In der Studie soll erstens geprüft werden, ob telemedizinisch unterstützte Sporttherapie den Tumorpatientinnen und -patienten einen leichteren Zugang zur sportlicher Aktivität ermöglicht. Zweitens soll geprüft werden, ob diese Form der Sporttherapie ähnlich positive Ergebnisse zeitigt wie die Krebssportgruppen oder sogar bessere Ergebnisse bewirkt. „Wir hoffen, dass wir mit diesem Angebot auch Krebspatienten erreichen, die wir mit den traditionellen Krebssportgruppen nicht erreichen würden, gerade auch in strukturschwachen Regionen wie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern“, führt Frau Stefanie Stoff-Ahnis aus. 

In der Vergleichsstudie wird die Hälfte der 150 Studienpatientinnen und -patienten einer traditionellen Krebssportgruppe zugeordnet und die andere Hälfte erhält sechs von einem Sporttherapeuten geleitete Trainingseinheiten, die sie mit Hilfe eines speziellen Aktivitätstrackers eigenständig im häuslichen Umfeld ausführt. Der Aktivitätstracker übermittelt die Daten zur Überwachung und ggf. auch zur Anpassung des körperlichen Trainings der Krebspatientin bzw. des -patienten an eine sportwissenschaftliche Bewegungslotsin der Charité Sportmedizin. Zu Beginn und nach sechs Monaten absolviert die Tumorpatientin bzw. der Tumorpatient eine sportmedizinische Eingangs- und eine Abschlussuntersuchung an der Charité Sportmedizin. Die gesamte Laufzeit des Projektes beträgt 3,5 Jahre. Sofern die sportwissenschaftlichen Ergebnisse zeigen, dass die telemedizinisch unterstützte Sporttherapie bei Krebspatienten in der Nachsorgephase den Effekten der Krebssportgruppen gleichwertig oder überlegen ist, wird die Gesundheitskasse eine Integration dieses telemedizinischen Angebots für Krebspatienten in der Nachsorge in selektivvertragliche Lösungen erwägen.

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