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G-BA tut sich schwer mit Regelungen zur Systemischen Therapie

09.08.2018, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung

Vor fast vier Jahren hatte der G-BA das IQWIG wie üblich beauftragt, zur systemischen Therapie eine Expertise zu beauftragen. Im Mai letzten Jahres hat das Institut seinen Abschlussbericht zu diesem Auftrag vorgelegt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass für sieben Anwendungsbereiche ein Nutzen zu konstatieren sei. Es ist aber bisher noch nicht zu einem Beschluss über die Aufnahme in den Leistungskatalog der Krankenkassen gekommen. Der unparteiische Vorsitzende hat nun unlängst den Fachgesellschaften auf Nachfrage mitteteilt, dass die Empfehlungen des IQWIG von den G-BA Bänken unterschiedlich wahrgenommen werden. Er wolle noch einmal den externen Sachverstand einbeziehen und in Kürze ein Stellungnahmeverfahren dazu durchführen. Zur Verfahrensdauer könnten keine genaueren Angaben gemacht werden. Vor dem Hintergrund, dass bereits vor 10 Jahren der wissenschaftliche Beirat Psychotherapie die Systemische Therapie zugelassen hat und Hecken dem Gesundheitsausschuss im Zusammenhang einer Kleinen Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen mitteilen ließ, dass die Beratungen zu dieser Therapie voraussichtlich im März 2019 abgeschlossen sein würden, darf man sich nicht wundern, dass der Selbstverwaltung Zeitschinderei und/oder Kostenvermeidung zu Lasten des Nutzens speziell Erkrankter vorgeworfen wird.

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