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Hoffnungsschimmer in Sachen Pflegekräfte?

09.08.2018, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Recht, Krankenversicherung, Pflege

Das Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) ist nun auf den gesetzgeberischen Weg gebracht. Danach können die Krankenhäuser ab 1. Januar 2019 – wenn sie sie denn finden – so viele Pflegekräfte einstellen, wie sie benötigen. Offenbar werden hier Finanzierungshemmnisse unterstellt, denn alle zusätzlichen Pflegekräfte am Krankenhausbett sollen voll von den Krankenkassen finanziert werden. Ab 2020 sollen des Weiteren Personaluntergrenzen gelten, die im Falle des Nichteinhaltens sanktioniert werden. Hier wird es mehr Controlling geben. In der Altenpflege sollen in den Pflegeheimen 13.000 neue Stellen geschaffen werden. Die zusätzlichen Stellenansprüche der Häuser sollen nach Pflegeschlüsseln ausgerichtet werden. Einrichtungen bis zu 40 Bewohner haben Anspruch auf eine halbe zusätzliche Stelle. Einrichtungen mit 41 bis 80 Bewohnern auf eine Stelle. Heime mit 81 bis 120 Bewohnern bekommen 1,5 und Häuser mit über 120 Bewohnern zwei zusätzliche Stellen. Das ist alles schön und gut, aber erstens nicht ausreichend und zweitens sind nach Angaben der Bundesagentur der Arbeit derzeit 36.000 Stellen in der Alten- und Krankenpflege unterbesetzt. Die Bundesregierung will parallel mit einer Initiative den ganzen Beruf attraktiver machen, u.a. durch die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie durch Ausbildungsanreize. Kritiker monieren ein schlüssiges Finanzierungskonzept insgesamt.