DKFZ: 165.000 Krebserkrankungen wären in diesem Jahr vermeidbar gewesen

05.09.2018, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft

DKFZ: 165.000 Krebserkrankungen wären in diesem Jahr vermeidbar gewesenWissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg haben hochgerechnet, dass ohne die Risikofaktoren Rauchen, Alkohol, zu viel Fett im Essen oder Luftverschmutzung allein in diesem Jahr bundesweit etwa 165.000 Menschen weniger an Krebs erkranken würden. Dies präsentierten sie im Deutschen Ärzteblatt. Danach sind vier von zehn Krebsneuerkrankungen in Deutschland sind auf Lebensstil und Umweltfaktoren zurückzuführen. Die Autorengruppe um Hermann Brenner vom DKFZ haben die Anteile der neuen Krebsfälle in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe an allen Neuerkrankungen, die 2018 zu erwarten sind, ermittelt. So lassen sich im laufenden Jahr. schätzungsweise 85.072 Erkrankungen auf das Rauchen zurückführen. Diese Zahl entspricht einem Anteil von 19 % der zu erwartenden Neuerkrankungen. Bei Männern sind 89 %, bei Frauen 83 % der Lungenkrebsfälle durch Tabakkonsum bedingt. Übergewicht und eine geringe körperliche Aktivität führen zu 7 % beziehungsweise 6 % der voraussichtlichen Krebslast und stellen ein Hauptrisiko für Gebärmutter- und Nierenkrebs dar. Während bei Übergewicht zudem das Risiko für Leberkrebs erhöht ist, trägt wenig körperliche Bewegung auch zu Lungenkrebs bei. Bakterielle oder virale Infektionen verursachen 17.600 neue Erkrankungen, entsprechend einem Anteil von 4 % der zu erwartenden neuen Krebsfälle. Ein geringerer aber noch bedeutender Anteil der malignen Neuerkrankungen ist einem hohen Alkoholkonsum, Wurstverzehr oder zu geringer Ballaststoff-, Obst- oder Gemüsezufuhr zuzuordnen. Weitere Risikofaktoren sind beispielsweise Radon in Innenräumen, Feinstaub oder Solariennutzung. Weitere Informationen in der aktuellen  Schwerpunktausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int; 115: 571–577; 578–585; 586–593). 

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