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Neueste GeWINO-Studienergebnisse zu chronischem Kopfschmerz auf Bezirks- und Landkreisebene im Nordosten

09.09.2018, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft, Heilberufe

Anlässlich des Kopfschmerztages am 5. September hat das GeWINO detaillierte Erkrankungsraten zu chronischem Kopfschmerz für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (www.gewino.de) veröffentlicht: Im Westen und in der Mitte Berlins leiden AOK Nordost Versicherte häufiger an chronischen Kopfschmerzen als im Osten. Insgesamt betrachtet werden die Hauptstädter wesentlich häufiger von chronischem Kopfschmerz geplagt als Menschen in ländlicheren Regionen. Von den 40.000 Versicherten der AOK Nordost mit chronischem Kopfschmerz litten die meisten an Migräne. Mit klarem Abstand folgt der Spannungs- und Clusterkopfschmerz und der arzneimittelverursachte Kopfschmerz. Ein weiteres Analyseergebnis: Frauen erkranken im Schnitt viermal so häufig an chronischem Kopfschmerz wie Männer. Arbeitssuchende Menschen sind deutlich häufiger von chronischem Kopfschmerz betroffen als Berufstätige: Im wahrsten Sinne des Wortes bereitet eintretende oder bestehende Arbeitslosigkeit den Betroffenen Kopfschmerzen. Es treten vermehrt Angst-, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen auf. Die Hälfte der AOK Nordost Versicherten mit chronischem Kopfschmerz litt auch an einer psychischen Erkrankung wie Depression, erläutert GeWINO Versorgungsforscher Dr. Jan Breitkreuz. Diese Erkrankungszusammenhänge beeinträchtigen ganze Lebensbereiche, wie Arbeit, soziale Kontakte und Familie, der Betroffenen, führt Frau Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost aus. Daher bietet die AOK Nordost ihren Versicherten mit chronischem Kopfschmerz ein multimodales Versorgungsprogramm „KopfschmerzSPEZIAL“ an, welches in Kooperation mit der Kopfschmerzambulanz der Charité realisiert wird. Darin arbeiten Neurologen, Psychologen und Physiotherapeuten interdisziplinär eng mit dem Patienten zusammen. Es werden ihm konkrete Hinweise zu möglichen Ursachen seines chronischen Kopfschmerzes gegeben und Therapiemöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen mit ihm ausgelotet. Die betroffenen Patienten erhalten innerhalb von max. zehn Arbeitstagen einen Termin bei der Kopfschmerzambulanz der Charité: https://neurologie.charite.de/leistungen/klinische_schwerpunkte/kopfschmerz/ oder kopfschmerz@charite.de oder unter 030 – 450660168 (Mo-Fr von 9 bis 14 Uhr) und www.aok.de/nordost/kopfschmerz.de.

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