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Südhessen: Landkreis Darmstadt Dieburg startet integriertes Versorgungsprojekt mit OptiMedis und Förderung der Robert Bosch Stiftung

09.11.2018, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Heilberufe

Bis 2030 werden über 100 Hausärzte im Landkreis Darmstadt Dieburg in den Ruhestand gehen. Es zeichnet sich ab, dass nicht jeder Vertragsarztsitz nachbesetzt werden kann. Um trotzdem die Gesundheitsversorgung im südhessischen Landkreis zukünftig zu sichern, sollen integrierte Versorgungsstrukturen umgesetzt werden: Für die steigende Anzahl chronisch kranker älterer Patienten mit ihren vielfältigen Versorgungsbedarfen soll die geriatrische Versorgung sektorenübergreifend organisiert werden. Dies sieht das gemeinsam mit der OptiMedis AG erarbeitete Versorgungskonzept für den Landkreis vor. Das in kommunaler Trägerschaft befindliche MVZ soll in ein sog. Primärversorgungszentrum weiterentwickelt werden. Dabei unterstützt die Robert Bosch Stiftung das MVZ mit ihrem Förderprogramm supPORT. Die angestellten Ärzte sollen mehr entlastet werden: Einmal durch nicht-ärztliche Praxisassistentinnen (NäPa), die Hausbesuche übernehmen, zum anderen durch Gesundheits- und Krankenpfleger, die die Versorgung älterer multimorbider Patienten koordinieren. Ausgerichtet am Bedarfs-Assessment des Patienten werden intensivierte Therapiemaßnahmen geplant, koordiniert und umgesetzt. Dies geschieht in enger Abstimmung zwischen den Hausärzten, dem MVZ als geriatrischer Schwerpunktpraxis, der geriatrischen Klinik und den Physio- und Ergotherapeuten. Ferner soll eine intensivere Kooperation zwischen dem MVZ und dem Pflegestützpunkt im Landkreis für Patienten mit Beratungs- und Unterstützungsbedarfen realisiert werden.