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Psychotherapeuten-Petition gegen TSVG-Regelung

11.12.2018, medhochzwei
Politik & Wirtschaft, Psychotherapie, Heilberufe

Mit mehr als 113.000 Zeichnungen (Stand: 11.12.) hat die Petition der Psychotherapeutenverbände an den Deutschen Bundestag gegen die Verschlechterung des freien Zugangs zur psychotherapeutischen Versorgung das notwendige Quorum weit überschritten – ab 50.000 Stimmen wird eine Petition öffentlich beraten. Die Petition wendet sich gegen die Schaffung von neuen Hürden im Zugang zur Psychotherapie. Das  im Kabinettsentwurf des Termin- und Servicegesetzes (TSVG) vorgesehene Modell der „gestuften und gesteuerten Versorgung“ in der Psychotherapie sieht vor, dass besonders qualifizierte Ärzte und psychologische Psychotherapeuten – und nicht etwa der spätere Behandler –  in Voruntersuchungen festlegen, zu welchem Hilfe- oder Therapieangebot die Betroffenen gehen dürfen. Dies würde eine erhebliche Verschlechterung und Belastung für die betroffenen Patienten bedeuten, so die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV).

Auf den Weg gebracht hatten die Petition die Psychotherapeutenverbände Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp), die DPtV und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP). Sie werden inzwischen von 25 weiteren Verbänden der Psychotherapeuten unterstützt. „Die breite Gemeinsamkeit der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie weiterer Unterstützer aus der Bevölkerung sind ein starkes Signal“, betonen die Vertreter der Verbände.

Bis zum 13. Dezember 2018 können weitere Voten für die Petition mit der Nummer ID 85363 abgegeben werden. Der Deutsche Bundestag berät in der ersten Lesung am selben Tag den Gesetzentwurf des TSVG. Die Verbandsvertreter übergeben die Stimmen vor den Beratungen dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses. Die Petentin Ariadne Sartorius und alle Mitstreiter fordern dringend ein Einlenken der Politik.

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