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Einladung zum XXXVI. DGKJP-Kongress 10. bis 13. April 2019

17.01.2019, Prof. Dr. Dr. Tobias Banaschewski
Veranstaltungen, Psychotherapie

Die Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie lädt zum XXXVI. DGKJP Kongress ein, der vom 10. – 13. April 2019 im Congress Center Rosengarten und dem angrenzenden Dorint Hotel in Mannheim stattfinden wird. Der diesjährige Kongress betont mit dem Titel „Vernetzt! Neuronale Netze, Forschungsnetze, Versorgungsnetze, soziale Netze, internationale Vernetzung“ die grundlegende Bedeutung von Kommunikation, Kooperation und Vernetzung für psychische Gesundheit, wissenschaftlichen Fortschritt und eine offene Zivilgesellschaft.

Die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen des Faches liegen in der Notwendigkeit, die Prävention, Diagnostik und Therapie psychischer Erkrankungen und die gesellschaftliche Teilhabe von betroffenen Kindern und Jugendlichen und ihrer Familien nachhaltig weiter zu verbessern. Dies kann durch eine zunehmende Personalisierung der Interventionen, die gesamtgesellschaftliche Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und die Verbesserung von Partizipationsmöglichkeiten der Betroffenen („Dazugehören“ als Motto) erreicht werden. Die Identifikation von Risiko- und Resilienzfaktoren, vulnerablen Entwicklungsphasen, psychosozialen und neurobiologischen Korrelaten sowie entwicklungsabhängigen pathophysiologischen Mechanismen sind dabei ebenso wesentlich, wie die effizientere Gestaltung von Forschungs- und Versorgungsnetzen und interdisziplinäre Schnittstellen.

In der Eröffnungsveranstaltung wird Stephen Hinshaw (Berkeley, USA) mit dem Vortrag "Mental illness, stigma, and families: the new frontier" vor dem Hintergrund persönlicher Memoiren - Hinshaws Vater, Professor der Philosophie an der Ohio State University, litt seit seiner Jugend an wiederkehrenden manischen Episoden mit psychotischen Symptomen -  die familiären und gesellschaftlichen Folgekosten der Stigmatisierung psychisch Erkrankter analysieren. Weitere Key-Note Vorträge adressieren die Themen "Risiko und Resilienz: Gen - Umwelt - Interaktion" (Andreas Meyer-Lindenberg, Mannheim), "Epigenetische Mechanismen: Knotenpunkte im Netz von Nature und Nurture?" (Katharina Domschke, Freiburg), „Langzeitfolgen des Gleichaltrigen- und Geschwistermobbens - Implikation für psychiatrische Praxis" (Dieter Wolke, Warwick, UK), „Population neuroscience of the developing brain" (Tomás Paus, Toronto, Kanada), „Personalisierte Medizin - precision medicine" (Jan Buitelaar, Nijmegen, Niederlande) und die "Herausforderungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie im gesellschaftlichen Wandel: Dazugehören ermöglichen" (Jörg Fegert, Ulm).

Es erwarten Sie viele weitere namhafte nationale und internationale Referenten, u.a. in den internationalen ADHD-Symposien und der Diskussionsrunde zur Lage der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Europa. Die neuesten Entwicklungen werden in zahlreichen State-of-the-Art-Vorträgen dargestellt und finden in aktuell erschienenen Leitlinien, ebenso wie in zahlreichen weiteren wissenschaftlichen und klinischen Vorträgen ihre Beachtung.

Besonders dankbar sind wir der Baden-Württemberg-Stiftung, dass sie den Kongress erneut als Mitveranstalterin unterstützt, um den interdisziplinären Dialog und den Austausch mit der Praxis zu fördern. Zahlreiche besondere Veranstaltungen und Diskussionsforen (z.B. mit Johannes Rörig, dem Bundesbeauftragten für Fragen zum sexuellen Kindesmissbrauch) widmen sich den Möglichkeiten, die Teilhabe und Resilienzförderung Betroffener zu verbessern.

In Pro- und Contra-Debatten werden die Themen: „Selbstoptimierung – Allmachtsphantasien oder das Leben als Start-Update?“, „Big Data – Hype oder Riesenchance für die KJP?“, „Digitale Unterstützung von Psychotherapien eine echte Unterstützung oder doch nur ein Hype?“, „Eigenbestimmung statt Zwang? – das Oszillieren der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ und „Sinn und Unsinn von Leitlinien“ kontrovers diskutiert.
In kurzweiligen Vorträgen werden sieben Referenten beim „Science Slam“ ihr jeweiliges Thema unterhaltsam aufbereiten. Spezielle Schüler-Lehrer-Veranstaltungen finden zu den Themen: Sucht & Suchtprävention, Gewaltprävention & Umgang mit aggressivem Verhalten und Nicht Suizidales Selbstverletztendes Verhalten statt.

In bewährter Weise wird es ausgewählte Fortbildungskurse geben, in denen in Kleingruppen von maximal 25 Teilnehmern auf der Basis des aktuellen Forschungswissens zentrale Handlungsstrategien für die Diagnostik und Therapie häufiger Störungen im Kindes- und Jugendalter dargestellt werden. In den klinischen Praxisseminaren zu spezifischen therapeutischen Interventionen wird der Fokus auf die klinisch-praktische Anwendbarkeit der vorgestellten Themen gerichtet werden, in weiteren Praxisseminaren werden Tutorials zu Forschungsmethoden, zum Paper und Grant Writing sowie zu Fragen der Karriereplanung angeboten.

Die Veranstalter hoffen mit einem international und interdisziplinär ausgerichtetem wissenschaftlichen Programm ebenso wie mit den interaktiv ausgerichteten Lunch-Symposien einen interessanten und abwechslungsreichen Kongress bieten zu können, der einen intensiven, impulsgebenden Austausch von Wissenschaft und klinischer Praxis, der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit ihren Nachbardisziplinen, den Institutionen von Jugend- und Sozialhilfe, den Einrichtungen des Gesundheitswesens, den Selbsthilfeverbänden und der Politik ermöglicht. Detaillierte Informationen finden Sie auf der Kongress-Homepage, ab Mitte April steht auch die Kongress-App zum Download bereit.

Ein attraktives Rahmenprogramm u.a. mit dem Gesellschaftsabend im Kulturzentrum „Alte Feuerwache“ wird viel Raum für den kollegialen Austausch geben. Zudem hat die Universitäts- und Quadratestadt Mannheim mit dem zweitgrößten Barockschloss Europas, der neuen Kunsthalle, den Reiss-Engelhorn-Museen, dem Nationaltheater und dem Technoseum kulturell einiges zu bieten.

 

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