KMi-Talk 2019: DRGs passé? – Zukunft der Krankenhausvergütung

15.05.2019, medhochzwei
Veranstaltungen, Management, Aktuelles aus dem Verlag

Prof. Dr. Boris Augurzky, Dr. Markus Horneber und Prof. Dr. Jonas Schreyögg

Wir laden Sie herzlich ein zu unserem KMi-Talk anlässlich des Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit am Mittwoch, 22.05.2019 von 13.30 – 14.15 Uhr. Die Veranstaltung findet direkt an unserem Stand (Nr. 14) statt.

Das bei seiner Einführung als revolutionär angesehene, mittlerweile 15 Jahre alte deutsche DRG-Vergütungssystem weist – trotz vielfacher Detail-Reformen – immer noch eine ganze Reihe von Fehlanreizen auf. So gilt es wissenschaftlich mittlerweile als nachgewiesen, dass das Vergütungssystem zum Beispiel erhebliche Anreize zur Fallzahl-Ausweitung ebenso wie zum Fall-Splitting und zum Teil auch zur Durchführung nicht indizierter Prozeduren beinhaltet, während Einrichtungen mit hohen Vorhaltekosten nicht adäquat finanziert werden. Auch bietet es faktisch keine Anreize für eine stärkere Ambulantisierung, und Qualität spielt im Vergleich zu anderen Ländern nahezu keine Rolle. Daneben führt die ab 2020 vorgeschriebene Ausgliederung der Pflegekosten aus dem DRG-System für diesen Teilbereich der Krankenhauskosten faktisch die Kostenerstattung wieder ein – und wird von wichtigen Akteure als schwerwiegender politischer Fehler eingeschätzt.

Anstelle des Flickenteppichs an Reparatur-Versuchen mit zum Teil kaum einschätzbaren Auswirkungen auf die Anreiz-Strukturen des Gesamtsystems ist mittlerweile längst eine umfassende Bestandsaufnahme und darauf aufbauend eine systematische Weiterentwicklung des deutschen Krankenhaus-Vergütungssystems notwendig – ein Schritt, der von Gesundheitsökonomen wie Praktikern bereits seit längerem gefordert wird.

Die Diskussion im Rahmen des diesjährigen KMi-Talks widmet sich diesen zentralen Fragen:

  • Wo finden sich im heutigen DRG-System aus Sicht der Gesundheitsökonomie, aber auch aus der praktischen Erfahrung der Krankenhäuser selbst gravierende Defizite und Fehlanreize?
  • Wie können sie im Rahmen einer Reform so beseitigt werden, dass die Krankenhausversorgung, aber auch das deutsche Versorgungssystem insgesamt sich positiv weiterentwickeln kann?

Als Diskussionsteilnehmer haben zugesagt:

  • Prof. Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Essen
  • Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender der Agaplesion gAG, Frankfurt/M.
  • Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Hamburg Center for Health Economics, Universität Hamburg

Moderation: Dr. Uwe K. Preusker, Herausgeber von „KlinikMarkt inside“

 

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