„Organspende sollte schon in der Schule ein Thema sein“

15.05.2019, medhochzwei
Veranstaltungen, Politik & Wirtschaft

Berlin, 15. Mai 2019. Anlässlich der Präsentation des Buches „Leben hoch zwei. Fragen und Antworten zu Organspende und Transplantation“ von Heiko Burrack heute in Berlin haben Vertreter von Politik und Patienten dafür plädiert, die Aufklärungs- und Informationsarbeit zur Organspende weiter auszubauen.

„Es ist aus meiner Sicht unsere Christenpflicht und ein Akt der Nächstenliebe, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen“, erklärte Dr. Georg Nüßlein, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nüßlein sprach sich darum dafür aus, die Aufklärung und Information über die Organspende zu intensivieren und das Thema auch in geeigneter Form in der Schule aufzugreifen, etwa im Religions- oder Ethikunterricht: „Es sollte mehr aufgeklärt werden: und zwar umfassend, ehrlich und frühzeitig – möglichst schon zu Schulzeiten!“

Ausdrücklich setzte sich der CSU-Politiker noch einmal für die erweiterte Widerspruchslösung ein, nach der die Organspende zum „Normalfall“ würde, es sei denn, der potenzielle Organspender hat dem widersprochen. Nüßlein: „Das ist logisch und anständig: Schließlich ist im Krankheitsfall der Wunsch, ein Organ zu erhalten, auch der ‚Normalfall’.“

Lobende Worte fand Dr. Georg Nüßlein für das Buch „Leben hoch zwei“ von Heiko Burrack, der selbst seit mehr als 25 Jahren mit einer gespendeten Niere lebt. „Das Buch ist verständlich und anschaulich geschrieben und lässt eine breite Palette von Meinungen zu Wort kommen“, so Nüßlein. Das mehr als 300 Seiten umfassende Werk aus dem Heidelberger medhochzwei Verlag sei ein „gelungenes Beispiel dafür, wie man für die Organspende wirbt, ohne moralischen Druck in die eine oder die andere Richtung aufzubauen.“

Autor Heiko Burrack hat für das Buch nicht nur intensiv in Datenbanken und Fachliteratur recherchiert, sondern auch zahlreiche Interviews mit Experten, Patienten und Angehörigen geführt. „Als ich begann, mich mit der Organspende zu beschäftigen, betrat ich keine luftige Blumenwiese, auf der alle Informationen wohlfeil aufbereitet vorliegen – ganz im Gegenteil“, machte Burrack bei der Buchvorstellung deutlich. Vielmehr habe er sich – trotz zahlreicher Informationsangebote im Internet – erst nach und nach Klarheit über zentrale Fragen rund um das Thema Organspende verschaffen können. „Wenn es mir als Betroffenem und engagiertem medizinischen Laien schon so schwer fällt, an relevante und verlässliche Informationen heranzukommen, wie muss es dann erst anderen Mitmenschen gehen?“, kritisierte Burrack.

Zu den Patienten, die Heiko Burrack für „Leben hoch zwei“ interviewt hat, zählt der herztransplantierte Ironman Elmar Sprink aus Köln. Der 47-Jährige lebt seit mehr als sechs Jahren mit dem gespendeten Organ und betrachtet das öffentliche Interesse an seiner Person als Chance, Aufmerksamkeit für das Thema Organspende zu wecken, wie Elmar Sprink bei der Buchvorstellung sagte: „Viele Menschen sind überrascht, dass ein Ironman von einem Herztransplantierten absolviert werden kann, dass so etwas überhaupt möglich ist. Daher ist meine Geschichte auch für die Medien meist sehr interessant und macht hoffentlich anderen Transplantierten Mut, an die eigene Stärke zu glauben.“

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