DGHO aktualisiert Studie zum onkologischen Versorgungsbedarf in Deutschland

11.06.2019, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Heilberufe

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. hat eine neue Studie zur Entwicklung häufiger Krebsarten vorgelegt. Danach werden als Folge von demografischem Wandel und medizinischem Fortschritt die Anforderungen an die Krebsversorgung in Deutschland bis 2025 deutlich steigen. Nicht nur die Zahl der neu diagnostizierten Krebspatientinnen und -patienten nimmt voraussichtlich um rund 10 Prozent zu. Auch die Zahl der Menschen, die mit Krebs leben, wird in Deutschland stark ansteigen, genauso wie die Zahl der Krebserkrankten mit chronischen Begleiterkrankungen. Mit Blick auf die häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen lassen sich auf Basis dieser Daten unter anderem folgende Prognosen formulieren:

  • Die Zahl der Krebsneuerkrankungen wird zwischen 2014 und 2025 voraussichtlich um etwa 10 Prozent auf dann über 520.000 pro Jahr zunehmen.
  • Den stärksten Zuwachs an Patientenzahlen zeigen Krebsentitäten, die im Alter häufig sind: Bei Männern der Prostatakrebs, bei Frauen der Brustkrebs.
  • Die höchsten relativen Zuwachsraten werden für Männer beim Harnblasenkrebs, für Frauen beim Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs erwartet.
  • Die 10-Jahresprävalenz von Krebserkrankungen nimmt zwischen 2014 und 2025 deutlich zu, und zwar um etwa 8 Prozent auf fast 3 Millionen Patientinnen und Patienten.
  • Mit der demografischen Alterung steigt die Zahl der Patientinnen und Patienten, die neben Krebs an mindestens einer weiteren chronischen Erkrankung leiden. Das Gutachten analysiert die Zahlen von Krebspatientinnen und -patienten, die zusätzlich an Diabetes mellitus, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), koronarer Herzkrankheit, Adipositas, Niereninsuffizienz oder an Demenz leiden.

 

Anzeige