Neues Innovationsfondsprojekt zur Einschätzung des Behandlungsverlaufs aus Sicht der Patienten mit Knie- und Hüftgelenkersatz startet: PROMoting Quality

07.07.2019, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft

Neben medizinisch-klinischen Behandlungsergebnissen und gesundheitsökonomischen Effekten spielt die Einschätzung des Behandlungsverlaufs aus der Patientenperspektive in der Gesundheitsversorgung eine bedeutsame Rolle. Ein sektorenübergreifendes Erhebungsinstrument zu diesen Erfolgskriterien aus Patientenperspektive für das stationäre und ambulante Versorgungserleben fehlte jedoch noch. Dieses wird nun im neuen Innovationsfondsprojekt „PROMoting Quality“ unter Federführung der TU Berlin mit der Charite´, neun Kliniken, des Digitalunternehmens Heartbeat Medical GmbH, der BARMER, des BKK  Dachverbandes und des aQua Forschungsinstituts angewandt. Die Charite´ setzt im Brustzentrum, in der Urologie, im Wirbelsäulenzentrum bereits das Befragungsinstrument der „Patient-Reported Outcome Measures“ zur empfundenen Lebensqualität, zur Schmerzfreiheit und zur Funktionalität ein. In weiteren Fachbereichen wie der Orthopädie, der Unfallchirurgie und der Onkologie ist der Einsatz geplant.  Im Innovationsfondsprojekt „PROMoting Quality“ sollen rund 10.000 Patienten deutschlandweit in beteiligten Kliniken rekrutiert und auf die Interventions- und Kontrollgruppe randomisiert werden. Als Intervention kommen die PROMs im nutzerfreundlichen Onlineinstrument vor und nach der Operation mit Knie- und Hüftgelenkersatz sowie kontinuierlich in der fachärztlichen Nachbehandlung bei den Patienten zum Einsatz.  Damit erhält auch der Facharzt wertvolle Patienten-Feedbacks und kann ggf. frühzeitig eingreifen. Auch der Patient in der Interventionsgruppe kann somit kontinuierlich seinen Versorgungsverlauf gezielter reflektieren. Mit der Gesamt-Evaluation soll ermittelt werden, ob durch die Intervention die Patienten mit Knie- und Hüftgelenkersatz besser im Behandlungsverlauf versorgt werden und zufriedener sind. Ferner soll durch die Verknüpfung mit Routinedaten der Krankenkassen analysiert werden, ob durch die Intervention insgesamt der Behandlungsverlauf durchschnittlich wirtschaftlicher ist.

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