Digitaler Minimalismus – Medien gesund nutzen

13.08.2019, Steffen Heil, Auerbach Stiftung
Autorenkommentare

Der Begriff der gesunden Mediennutzung besitzt ein breites Bedeutungsspektrum. Der digitale Wandel ist in vollem Gange und mit jedem technologischen Fortschritt stellt sich auch die Frage, welche Auswirkungen diese Neuerungen auf unser Leben haben.

Der Fokus dieses Kommentars liegt auf der alltäglichen Nutzung von Smartphones. Die Einführung des iPhones vor 12 Jahren hat die private Nutzung digitaler Technik nachhaltig verändert. Messenger-Dienste und soziale Netzwerke machen seither die schnelle und unkomplizierte Kontaktaufnahme zu Menschen aus aller Welt möglich. Vor allem das Smartphone hilft uns dabei, viele Dinge in Echtzeit zu erledigen. Aber welchen Mehrwert liefert uns das wirklich? Gewinnen wir dadurch Zeit? Im Schnitt schauen wir Erwachsenen circa alle 15 Minuten aufs Handy. Warum tun wir das? Und was macht das mit uns? Es unterbricht beispielsweise nachweislich unsere Konzentration. An einem normalen achtstündigen Arbeitstag schaut der Durchschnittsbürger 32 Mal auf das Smartphone.
Der Griff zum Handy erfolgt bei Kindern und Jugendlichen sogar noch häufiger als bei den Erwachsenen. Und wie einige Studien übereinstimmend zeigen: Die andauernde Nutzung wirkt sich negativ auf deren Gesundheit aus. So klagen Jugendliche beispielsweise darüber, dass sie sich regelmäßig vom Smartphone abgelenkt fühlen. Es fällt ihnen sehr schwer, das Handy auszuschalten oder zu ignorieren. Ärzte stellen signifikante Zusammenhänge zwischen der Smartphone-Nutzung und Bewegungsmangel oder Einschlafstörungen bei Jugendlichen fest. Was können wir also dagegen tun? Digitaler Minimalismus – also die freiwillige Nutzungseinschränkung – könnte ein sehr wirksamer Ansatz sein. Zugegeben, das ist nicht der einfachste Weg, aber unsere Erfahrung aus zahlreichen Workshops mit Schülerinnen und Schülern zeigt, dass dieser Ansatz durchaus Erfolg verspricht.

Maßvoller Medienkonsum fängt übrigens nicht bei den Kindern an. Wir Erwachsenen sollten dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Unsere Arbeit setzt genau da an und versucht sowohl Kindern und Jugendlichen als auch Erwachsenen aufzuzeigen, wie sie gemeinsam einen gesunden Umgang mit Medien finden.

Steffen Heil, Vorstand der Auerbach Stiftung, die im medhochzwei Verlag die „Paula & Max"-Reihe zur gesunden Mediennutzung und das Handybett herausgibt. Aktuell ist Band 4 „Mama, wann bekomme ich ein Handy?“ erschienen.

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