Masernfälle nehmen weltweit zu

16.08.2019, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Heilberufe

Nach den aktuellen Zahlen der WHO gab es in den ersten sechs Monaten des Jahres die höchste Zahl an gemeldeten Masernfällen seit 2006, weswegen von einem bemerkenswerten globalen Anstieg gesprochen wird. Bis Ende Juli wurden in 182 Ländern fast 365.000 Masernfälle registriert – fast drei Mal so viele wie im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres und mehr als im Gesamtjahr 2018. Besonders stark sind die Masernerkrankungen in Afrika gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es dort in den ersten sechs Monaten einen Anstieg um 900 Prozent. In der Westpazifikregion gab es laut WHO einen Anstieg um 230 Prozent. In der Europaregion stieg sie um 120 Prozent. Dazu zählen neben der EU auch Russland, die Türkei, Israel sowie die Kaukasus- und zentralasiatischen Staaten. Die UN-Organisation weist darauf hin, dass die Zahlen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Erkrankungen wiedergeben. Die aktuellsten WHO-Schätzungen über die wahren Zahlen beziehen sich auf 2017. Demnach sind 6,7 Millionen Menschen an Masern erkrankt und 110.000 daran gestorben. Noch bis 2016 waren die Masernzahlen weltweit rückläufig. Die Fachwelt erklärt sich diesen Anstieg mit dem Umstand, dass viele Kinder nicht mehr gegen Masern geimpft werden. Erst kürzlich meldete die Krankenkasse Barmer, dass mehr als jedes fünfte 2015 geborene Kleinkind in seinen beiden ersten Lebensjahren nicht oder unvollständig gegen Masern geimpft wurde. Nach dem im Juli in Deutschland auf den Weg gebrachten Gesetz für eine Masernimpfpflicht müssen ab März 2020 Eltern ihre Kinder vor der Aufnahme in Kita oder Schule den Impfnachweis erbringen.

 

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