Extrem teure Therapie gegen Leukämie: Novartis zahlt Geld zurück, wenn der Erfolg ausbleibt

10.09.2019, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Politik & Wirtschaft, Krankenversicherung

Eine neuartige Zelltherapie gegen Blutkrebs von Novartis hat einen Listenpreis von 320 000 €. Nun hat der Konzern in Deutschland erstmals mit einer Krankenkasse einen Vertrag über eine erfolgsabhängige Vergütung abgeschlossen. Mit den neuen innovativen Zell- und Immuntherapien müssen wegen der enormen Kosten neue Wege beschritten werden. Diesen beschreitet jetzt Novartis mit Krankenkassen bezogen auf Kymriah, einer CAR-T-Zelltherapie von Novartis, die letzten Herbst in der EU und der Schweiz zugelassen wurde. Mit ihr können Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Leukämie sowie erwachsene Patienten mit einem aggressiven Typ des Non-Hodgkin-Lymphoms behandelt werden. In Deutschland liegt der Listenpreis dieser einmaligen Therapie bei 320 000 €, in der Schweiz bei 370 000 Fr. Mit der GWQ hat sich Novartis auf ein neuartiges Vergütungsmodell verständigt: Da die Therapie erreichen kann, dass die Erkrankung nicht mehr nachweisbar ist, was die Option eines längerfristigen Überlebens mit sich bringt, ist der entscheidende Parameter für das Vergütungsmodell das Überleben des Patienten. Novartis zahlt demnach einen Teil der Arzneimittelkosten an die Kasse zurück, sollte der Patient an seiner Blutkrebserkrankung innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach der Behandlung versterben. Diese Kopplung an dem Behandlungserfolg (pay for outcome) komme auch in anderen europäischen Ländern zum Tragen.

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