Mit breiterer Anwendung von Fehlerberichts- und Lernsystemen zu noch mehr Patientensicherheit

20.09.2019, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft, Heilberufe

Konsens besteht, dass aus kritischen Ereignissen in der ambulanten und stationären Versorgung gelernt werden soll. Nach sozialrechtlichen Regelungen sollen im Rahmen des internen Qualitätsmanagements kritische Ereignisse in sogenannten Fehler- und Lernsystemen strukturiert erfasst werden. Anlässlich des Welttags der Patientensicherheit unterstrich das Aktionsbündnis für Patientensicherheit (APS), dass solche Berichtssysteme nicht umfassend zum Einsatz kommen. Zudem würden die dokumentierten Fälle häufig nicht abschließend ausgewertet und es könnten noch mehr Präventionsmaßnahmen schlussfolgernd daraus gezogen werden.  Jährlich haben Ärztinnen und Ärzte im ambulanten Bereich über einer Milliarde Behandlungskontakte. Demgegenüber können sich Auswertungen zu kritischen Ereignissen im ambulanten Sektor bislang auf wenige hundert Ereignisberichte in Deutschland stützen. In Großbritannien werden jährlich ca. 8.000 Fehler in Hausarztpraxen gemeldet. In einem vom APS unterstützten, laufenden Innovationsfondsprojekt, CIRSforte für die ambulante Versorgung, beteiligen sich 184 Arztpraxen, es wurden bislang rund 250 Ereignisberichte transparent gemacht. Aus einem breit eingesetzten Fehlermeldesystem können Erkenntnisse gezogen werden, ob es sich um allgemeine Fehler aufgrund von strukturellen Defiziten oder um eher individuelle Fehler handelt, führt Hardy Müller, Generalsekretär vom APS, aus. Daraus könnten gezielte Maßnahmen zur Vermeidung bestimmter Fehler ergriffen werden. Auch für den stationären Sektor werden die Fehlermeldesysteme so weiterentwickelt, dass die Informationen aus den Kliniken institutionenübergreifend zusammengeführt werden können, damit letztlich Workflows in den Kliniken zur Steigerung der Patientensicherheit führen können, betont APS Vorsitzende Hedwig Francois-Kettner.

 

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