Vorreiter Bayern und Brandenburg: Kontrastmittelpreise können deutlich sinken

20.09.2019, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Politik & Wirtschaft

In Bayern haben sich nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" die Gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung auf eine drastische Absenkung der Preise verständigt, zu denen Radiologen Kontrastmittel abrechnen können. Die neue Vereinbarung soll bereits zum 1. Oktober dieses Jahres in Kraft treten. Auch Brandenburg will eine deutliche Preisabsenkung Anfang des nächsten Jahres umsetzen. In mehreren anderen Bundesländern laufen derzeit ebenfalls Verhandlungen über eine deutliche Preissenkung. Hintergrund ist, dass Anfang August erstmals echte Marktpreise dieser Medikamente bekannt wurden. Damals hatten NDR, WDR und SZ mit Verweis auf zahlreiche interne Abrechnungen von Pharmaunternehmen und radiologischen Praxen nachgewiesen, dass Röntgenärzte Kontrastmittel zu einem Bruchteil dessen einkaufen können, was sie anschließend von Krankenkassen erstattet bekommen. So liegen die tatsächlichen Einkaufspreise für einen Liter MRT-Kontrastmittel bei rund 800 Euro. In Bayern haben die Ärzte dafür von den Kassen bisher 3900 Euro erstattet bekommen. Künftig sollen sie nur noch 970 Euro erhalten. Das ist immerhin noch eine Vorteilsspanne von deutlich über 33 Prozent. Bezogen und hochgerechnet auf die überhöhten Preise verschwenden die Krankenkassen bisher rund 200 Millionen Euro pro Jahr.

 

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