DAK legt Konzept zur Reform der Pflegeversicherung vor

08.11.2019, Rolf Stuppardt, WELT DER KRANKENVERSICHERUNG
Politik & Wirtschaft, Pflege

Die Finanzierung der Pflegeversicherung müsse dringend neu und zukunftsfest ausbalanciert werden. Das finanzielle Gleichgewicht zwischen Beiträgen, Eigenanteilen von Betroffenen und ihren Angehörigen sowie Investitionsaufwendungen von Ländern und Kommunen sei in eine Schieflage geraten: Seit Einführung der Pflegeversicherung vor 25 Jahren haben sich die Beiträge fast verdoppelt. Die Eigenanteile in der stationären Pflege treiben bereits heute jeden dritten Heimbewohner in die Sozialhilfeabhängigkeit, Tendenz steigend. Das ist der Tenor von Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK, der zugleich ein Konzept seiner Kasse zur solidarischen Neuausrichtung der Pflegeversicherung vorlegt. In dem Reformmodell würde der Pflegebedürftige einen fest definierten Betrag selbst bezahlen, während die Pflegeversicherung den verbleibenden Teil der Pflegekosten übernehmen würde. Ein solcher „Sockel-Spitze-Tausch“ wäre keine Vollversicherung. Vielmehr würde er ermöglichen, die Lasten zielgerichteter und fairer als bisher zwischen den Pflegebedürftigen und der Solidargemeinschaft auszutarieren. Um Pflegebedürftige unabhängig von ihrem Wohnort zu ent-lasten, schlägt die DAK-Gesundheit zunächst unterschiedlich je Bundesland gedeckelte Eigenanteile vor, um schrittweise einen bundeseinheitlichen Wert zu erreichen. Dazu könnte beispielsweise analog der im Krankenhaus bekannten Landes-basisfallwerte auch für Einrichtungen der Langzeitpflege eine Konvergenzphase eingeführt werden. Darüber hinaus sei auch ein Bundeszuschuss in der Pflege sinnvoll. Wie sich das alles in Zahlen darstellt und wie es begründet wird geht aus dem aktuellen Newsletter der DAK „Politik und Gesundheit“ hervor.

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