Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz findet Zustimmung

13.11.2019, Sven C. Preusker
Psychotherapie, Campus & Karriere, Politik & Wirtschaft

„Auf diesen Tag haben wir lange gewartet. Das Gesetz ist ein Meilenstein für uns als Psychotherapeut*innen“, freute sich Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), über die Verabschiedung Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG) durch den Bundesrat. Mit der Ausbildungsreform wird es künftig ein fünfjähriges Master-Studium mit anschließender Approbation als Psychotherapeut*in geben. Zur Spezialisierung wird eine Weiterbildung folgen. Die Studiengänge, die somit der bewährten Struktur anderer akademischer Heilberufe folgen, sollen schon im Herbst 2020 beginnen.

Nach der Verabschiedung der Approbationsordnung müssen die Studiengänge um- und ausgebaut werden. Die neue Weiterbildungsordnung muss definiert und die Weiterbildungsstätten zugelassen werden. Schon 2022 sollen die ersten Absolvent*innen des neuen Studiengangs ihre Weiterbildung beginnen können. Die derzeitigen Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) sollen finanziell bessergestellt, Mindestanteile an Vergütungen festgelegt werden. „Wir setzen uns weiterhin für Verbesserungen ein. Das ist umfangreiche Detailarbeit, viele Fragen sind noch zeitnah zu klären“, erklärte Lubisch.

Neben den Regelungen zur Psychotherapeutenausbildung sind in dem Gesetz versorgungsrelevante Regelungen im Sozialgesetzbuch V enthalten, die nicht zur Ausbildungsreform gehören, sondern eine Reform der psychotherapeutischen Versorgung bedeuten. Hierzu zählen insbesondere Zuschläge für Kurzzeittherapie, die Einführung von Maßnahmen der Qualitätssicherung und nachfolgend die vorgesehene Abschaffung des Antrags- und Gutachterverfahrens sowie der Auftrag an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), eine neue Richtlinie zur berufsgruppenübergreifenden Versorgung für schwer psychisch Kranke mit komplexem Behandlungsbedarf zu entwickeln.

BPtK: „Wesentlich nach den Vorstellungen der Profession gestaltet“

„Nach 15 Jahren Debatte ist es vollbracht. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten erhalten künftig die Approbation nach einem Studium, das wesentlich nach den Vorstellungen der Profession gestaltet wurde“, würdigte auch Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), die Reform der Psychotherapeutenausbildung. „Die Reform kommt vor allem psychisch kranken Menschen zugute, die weiter darauf vertrauen können, eine erstklassige, wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Versorgung zu erhalten, unabhängig davon, ob sie ambulant oder stationär Hilfe benötigen.“ „Prekäre Verhältnisse, die unserem Nachwuchs bisher während des Psychiatriejahres zugemutet wurden, wird es in der Weiterbildung nicht mehr geben“ stellte Munz fest.

Detaillierte Inhalte der Ausbildungsreform und DPtV-Forderungen sind hier zu finden: https://tinyurl.com/y624vcxu

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