„Hamburger Appel“: Mehr Lebensqualität für Menschen mit Demenz durch Musik!

11.12.2019, Rene Adler
Demenz

Beim Umgang mit demenziell Erkrankten müssen Angehörige, aber auch Pflegekräfte häufig irgendwann feststellen, dass sie mit ihrem Hauptinstrument zur Kommunikation – dem Bilden von Wörtern und Sätzen, also dem ganz normalen Sprechen – nicht mehr durchdringen. Aber so manch einer hat schon erlebt, dass zum Beispiel singen, im Idealfall gemeinsam, plötzlich Schleusen öffnet, die lange verschlossen waren.
 
Aber es geht nicht nur ums Singen: Professionell eingesetzte Musik verbessert generell die Lebensqualität von demenziell Erkrankten und fördert deren soziale Teilhabe. Das verdeutlichten Expertinnen und Experten aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz bei der Fachtagung „Musik und Demenz – Musik für mehr Lebensqualität bei Demenz – zwischen Therapie und kultureller Teilhabe“ des Landesmusikrates Hamburg. Sie fand im Albertinen Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie in der zweitgrößten deutschen Metropole statt.
 
In einem „Hamburger Appell“ haben die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses die Verantwortlichen in Politik und bei Kostenträgern dazu aufgerufen, entsprechende Ressourcen für die stärkere Einbeziehung von Musik in die Versorgung und Unterstützung von demenziell Erkrankten zur Verfügung zu stellen. Dieses betreffe sowohl die Versorgung von an Demenz Erkrankten in der ambulanten und stationären Pflege als auch in den Kliniken. Es setze die Finanzierung einer ausreichenden Anzahl von Musiktherapeuten und –pädagogen voraus.
 
Zudem solle das Thema Musik und Demenz integraler Bestandteil der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Fachkräften werden. Bereits heute seien bundesweit laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft rund 1,7 Millionen Menschen von Demenz betroffen.

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