Hausärzte: Praxistauglichkeit der E-Akte wird kritisch gesehen

21.02.2020, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Digital Health, Heilberufe

Um Hausärzten einen neuen Weg für die Patientenkommunikation an die Hand zu geben und so Praxisabläufe zu verschlanken, entwickelt der Deutsche Hausärzteverband eine eigene App. Diese soll als Messenger für die Arzt-Patienten-Kommunikation an den Start gehen, stellte Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands, in Aussicht. Erste Gehversuche hatte der Deutsche Hausärzteverband bereits mit Hausärzten getestet. „Die Rückmeldungen waren positiv und haben uns motiviert, diesen Weg weiterzugehen“, sagte Weigeldt. So seien etwa die telefonische Terminanfrage oder die Anforderung von Wiederholungsrezepten Beispiele, bei denen eine „schnellere und asynchrone“ Kommunikation denkbar wäre, wenn Anfragen über den Chat gestellt würden. Zeiten, in denen Patienten in der Warteschleife der Telefonanlage hängen würden, wären damit Vergangenheit. Im Übrigen müsse Digitalisierung die Praxisabläufe wirklich verschlanken können. Als ein aktuelles (Negativ-) Beispiel nannte Weigeldt die elektronische Patientenakte. Aus ärztlicher Sicht sei diese nicht besonders wertvoll. So könnten beispielsweise Röntgenbilder aufgrund der vorhandenen technischen Möglichkeiten über die Telematikinfrastruktur (TI) nur kleingerechnet in der E-Akte gespeichert werden. Darüber hinaus sei es – im ohnehin schon eng getakteten Praxisalltag – nicht ärztliche Aufgabe, Patienten den Umgang mit der Akte zu erklären und dazu zu beraten, Ärzte seien keine IT-Spezialisten.

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