Studie pronova BKK: Kinderärzte fordern Begrenzung der Bildschirmzeit

03.03.2020, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Hintergrund, Digital Health, Gesunde Mediennutzung

Eltern sollten die Mediennutzung ihrer Kinder zeitlich begrenzen, fordern Kinderärzte. Mehr noch als die Inhalte von Videos und Apps schade die Dauer der Bildschirmzeit den Jüngsten. Dies sind Ergebnisse der Studie "Smart Aufwachsen 2019?"  der pronova BKK, für die 100 niedergelassene Kinderärzte befragt wurden. Das größte Problem aus Sicht der Kinderärzte: Die Zeit mit Smartphone, Konsole oder Tablet im kindlichen Alltag nimmt überhand.  Das sagen 98 Prozent der Mediziner. 70 Prozent halten auch die Art und die Inhalte der Spiele, die gespielt werden, für mitunter problematisch. Dennoch lehnt eine große Mehrheit der Ärzte radikale Verbote ab. 81 Prozent der Pädiater finden es weltfremd, Kindern heutzutage den Umgang mit digitalen Medien komplett zu untersagen. Drei von vier Kinderärzten sprechen sich stattdessen für eine zeitliche Begrenzung der Mediennutzung aus. Der Studie der pronova BKK zufolge raten zwei von drei befragten Ärzten dazu, dass Eltern den Medienkonsum eng begleiten und zum Beispiel für Kinder unter zehn Jahren ohne Aufsicht ganz untersagen. Eine ganze Reihe von Krankheitssymptomen, die Ärzte in ihren Praxen diagnostizieren, führen sie auf übermäßigen Medienkonsum zurück. Übergewicht, soziale Auffälligkeiten, motorische Defizite und Lernentwicklungsstörungen gehören laut Befragung dazu. 82 Prozent der befragten Ärzte bemerken, dass Kinder in eine soziale Isolation rutschen, für die sie die Mediennutzung mitverantwortlich machen.

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