Entlastung der Arztpraxen und Patienten durch Videosprechstunde

20.03.2020, Dr. Monika Sinha, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Digital Health, Heilberufe

Aus aktuellem Anlass haben der GKV Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung beschlossen, die gültigen Begrenzungen für Videosprechstunden zunächst bis 31. Mai 2020 aufzuheben. Einer aktuellen Studie der TK zufolge zieht jeder zweite Patient den Austausch mit Medizinern per Videosprechstunde in Betracht. „Längst wissen wir, dass nicht jeder physische Arztbesuch sinnvoll und notwendig ist und der Aufenthalt in einem Wartezimmer immer die Gefahr birgt, sich bei anderen Patienten anzustecken“, unterstreicht der Leiter der TK-Landesvertretung  Baden-Württemberg, Andreas Vogt. Gerade ,wenn Patienten mit einer Erkältung, bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege oder einer leichten Magen-Darm-Verstimmung eine Krankmeldung für ihren Arbeitgeber benötigen, ist die Videosprechstunde eine sinnvolle Maßnahme. Auch für ein Arzt-Patienten-Gespräch nach einem Krankenhaus- oder Rehabilitationsklinik-Aufenthalt oder für die Erstellung eines Folgerezepts eignet sich eine Videosprechstunde. Alle gesetzlich versicherten Patienten in Baden-Württemberg haben im Rahmen von docdirekt Zugang zu Videosprechstunden auch ohne vorherige persönliche Erstkonsultation beim Arzt. Gesetzlich versicherte Patienten, die ihren Haus- oder Facharzt nicht erreichen können, können über docdirekt eine Videosprechstunde oder ein Telefonat zu ihrem Anliegen führen.  Ab 1. April 2020 erhalten niedergelassene Ärzte gemäß der EBM-Reform einen Zuschlag für die Durchführung von Videosprechstunden. Damit wird nach Ansicht der TK die Videosprechstunde als Versorgungsleistung gestärkt.

 

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