RKI hat Corona Datenspende-App entwickelt, Datenschutzbeauftragter erwartet Zweckevaluation

12.04.2020, Rolf Stuppardt, Welt der Krankenversicherung
Krankenversicherung, Digital Health, Coronavirus

Um die Verbreitung des Corona-Virus besser erfassen zu können, hat das Robert Koch-Institut eine App entwickelt. Die App soll Gesundheitsdaten von Smartwatches oder Fitnessarmbändern nutzen. Viele Menschen in Deutschland zeichnen mit solchen Geräten regelmäßig Vitaldaten wie ihren Ruhepuls, Informationen über ihren Schlaf und ihr Aktivitätsniveau auf. Mit der Corona-Datenspende-App können sie diese Daten sowie ihre Postleitzahl dem Robert Koch-Institut freiwillig und pseudonymisiert zur Verfügung stellen. Da sich bei einer akuten Atemwegserkrankung meist auch die Vitalzeichen deutlich ändern, können auch typische COVID-19-Symptome wie Fieber durch die App erkannt werden. Die App dient ausdrücklich nicht dazu, Kontaktpersonen nachzuverfolgen; entsprechende Daten werden nicht erhoben. Die Auswertung der gesammelten Vitaldaten soll vielmehr dabei helfen, Infektionsschwerpunkte besser zu erkennen. Alle Daten sollen wissenschaftlich aufbereitet werden und in eine Karte einfließen, die die regionale Verbreitung potenziell Infizierter bis auf die Ebene der Postleitzahlbereiche anzeigt. Diese Karte soll regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht werden. Der Bundesdatenschutzbeauftragte, dem bislang noch keine fertige Version der App vorliegt, hält eine datenschutzkonforme Umsetzung für möglich und begrüßt die Entscheidungen des RKI bei der Konzeption der App.  Das RKI müsse noch konkretisieren, wie lange die Daten gespeichert werden. Der Datenschutzbeauftragte erwartet zusätzlich, dass regelmäßig evaluiert wird, ob die App ihren Zweck erfüllt. Tut sie das nicht, muss die Verarbeitung beendet werden.

 

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